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Das Internat
Datum: 03.07.2021, Kategorien: Sci-Fi & Phantasie,
... herunter. Ein großes Vorhängeschloss verrammelt die Tür. Die Fenster sind halb blind, als ob hier schon lange keiner mehr wohnen würde. Das kann doch nicht die Wohnung unseres Hausmeisters sein. Vergeblich versuche ich durch die Scheiben etwas zu erkennen. Einzig ein benutztes Bett konnte ich sehen, sowie gebrauchtes Geschirr auf dem Tisch vor dem Bett. Ein sehr genügsamer Mensch. Aber wie konnte er hier rein? Nun, ein zweiter Eingang, soviel ist klar. Zuhause ist Hausmeister Wii auch nicht, ein Klopfen und laut Rufen bringt kein zufriedenstellendes Ergebnis. Ich gehe die Treppe wieder hoch, schaue mir die Rückseite des Hauses an. Die meisten Fenster sind verrammelt, dieser Trakt wird scheinbar schon lange nicht mehr benutzt. An einem Fenster hängt der Fensterladen nur noch an einem Scharnier herunter. An der Abflussrinne ziehe ich mich zu dem Fenster hoch und ich kann mit einiger Mühe den Fensterladen ganz entfernen. Er fällt krachend auf den Boden. Ich schaue mich um, aber es scheint mich niemand zu sehen. Vorsichtig klettere ich durch das kaputte Fenster in einen staubigen Raum. Er ist weitgehend leer, hier ist wohl schon lange niemand mehr gewesen. Ein paar verrostete Ketten liegen auf dem Boden und die Wand ist etwas von Ruß geschwärzt. Das durch das kaputte Fenster einfallende Licht macht diese Szenerie wirklich unheimlich. Die Tür ist nur angelehnt und ich trete auf einen Gang. Auch hier ist alles staubig. Nur marginales Licht fällt durch verrammelte ...
... Fenster. Bei jedem Schritt auf dem Holzboden vermeine ich neben dem Knarzen noch leise Schreie zu vernehmen. Aber das muss Einbildung sein, sobald ich stehen bleibe, bleibt alles ruhig und ich kann nur den leichten Wind, der um die Mauern weht, hören. Die eine Seite des Ganges hört an der Hauswand auf. Ich gehe also zur anderen, die in ein Treppenhaus endet. Allerdings geht die Treppe nur nach oben, nicht in den Keller. Hausmeister Wii kann also nicht hier in sein Reich einsteigen. Auch ist hier ebenfalls alles voller Staub, so dass er sich durch seine Spuren verraten würde. Also bleibt nur die Tür nach draußen. Sie lässt sich komischerweise öffnen und ich trete ins Freie. Hausmeister Wii bleibt verschwunden. Weitere Nachfragen, wie ich ihn treffen könnte, bleiben unbeantwortet. Er scheint wie ein Geist mal hier und mal dort aufzutauchen. Oft auf eine äußerst zufällige Art und Weise und fast immer in einer peinlichen Situation für die Studentinnen und Lehrerschaft. Sei es, um den Wasserdruck in der Dusche just in dem Moment zu testen, in dem sie nackt dort duschen, oder er schaut grüßend in die Schlafzimmer durch die geöffneten Fenster in der Nacht herein. Nur übergriffig wurde er wohl nie, weshalb man ihn auch bisher gewähren lassen hat. Immerhin bin ich mit dem gestohlenen Slip weitergekommen. Die Wäschemädchen haben noch einmal nachgefragt und Tira als die Eigentümerin identifiziert. Als ich sie beim Abendessen ansprechen will, fehlt sie aber. Ich beschließe ...