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Das Internat
Datum: 03.07.2021, Kategorien: Sci-Fi & Phantasie,
... anschließend auf ihr Zimmer zu gehen. Unaufgeräumt. Das ist der erste Gedanke, der mir kommt, als ich Tiras Zimmer betrete. Ich merke mir vor, dass vielleicht eine Zimmerinspektion angesagt ist. Sowas kann man nicht durchgehen lassen. Das Bett ist noch nicht gemacht und ihre Kleidung liegt verstreut auf dem Bett. Die Schubladen sind offen... ist das eventuell gar nicht Tira gewesen? Ich schaue genauer hin. Da finde ich einen BH, der zu ihrem fehlenden Slip passt. Zumindest, was ich auf die Entfernung heute Morgen sehen konnte. Dann finde ich ein Zettel. „Triff mich gegen 21 Uhr." Das ist alles? Wo soll sie sich denn treffen, überlege ich. Also ist das nicht das erste Mal. Vielleicht bei ihm? Kann ich mir kaum vorstellen, so einfach wird er nicht sich junge Frauen zu sich holen wird sicher nicht gehen. Aber wo dann? In den Kellern? Ich schaue draußen, ob mir jemand helfen kann wo Tira hin ist. Dann hat sie doch jemand gesehen. Sie sei rausgelaufen, zu den Klippen. Ich muss ihr folgen, wer weiß was Hausmeister Wii mit ihr anstellt. Es wird schon dunkel, ich nehme mir zur Sicherheit eine Taschenlampe mit. In der untergehenden Sonne gehe ich schnellen Schrittes den Weg entlang, den ich noch vor kurzem gekommen bin. In der Ferne meine ich den Kegel einer Taschenlampe zu erkennen. Das scheint Tira zu sein. Der Lichtkegel verschwindet aber nicht zwischen den Klippen um zum Meer zu gelangen, er nimmt die Abzweigung hoch zu dem Leuchtturm. Ich beschleunige meinen Schritt ...
... um hinter ihr her zu kommen. Dann ist das Leuchten weg und ich verlangsame meine Schritte. Warum muss das Wetter jetzt auch noch umschlagen? Eine Wetterfront kommt schnell vom Meer herein. Die Sonne ist kaum noch zu sehen und verschwindet hinter dem Horizont, es ist immer noch ein gutes Stück zum Leuchtturm, und ich will nicht auffallen. Die Hand halte ich vor den Lichtkegel meiner Lampe um sie abzuschirmen, damit ich nicht gesehen werde. Linker Hand höre ich das Rauschen und die Gischt der Wellen, die gegen die Küste, gegen die Klippen schlagen. Der Leuchtturm ist seit der GPS Navigation nicht mehr im Einsatz, darum leichtet er nicht. Ich kann aber im ersten Stockwerk durch die kleinen Fenster ein Schimmern von Licht erkennen. Ein ganz schwaches, unruhiges Flackern, wie von Kerzen. Dann stehe ich endlich vor der Tür, mache die Taschenlampe ganz aus und lege meine Hand auf die Klinke. Eine alte Tür, sie wird quietschen. Ich passe einen Windstoß ab, dann öffne ich die Tür gerade soweit, dass ich durchschlüpfen kann. Schnell schließe ich die Tür hinter mir. Es ist dunkel. Erst langsam kann ich etwas mehr erkennen, als sich meine Augen an die Dunkelheit gewöhnen. Ganz schwacher Kerzenschein scheint vom ersten Stock die Treppe herunter. Ich kann leises Flüstern hören. Langsam, ein Fuß vor den anderen setzend, gehe ich auf die Treppe zu. Das Flüstern hat aufgehört, ich bleibe stehen. Dann höre ich ein Rascheln und kann ein leises Seufzen hören. Gerade will ich das ...