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Das Internat
Datum: 03.07.2021, Kategorien: Sci-Fi & Phantasie,
... meine nackten Füße wirkt? Im Keller angekommen, setzte ich meine Füße vom kalten Stein der Treppe auf einen sandigen und überraschend warmen Boden. Von hier gehen drei Kellergänge in unterschiedlichen, nicht gerade symmetrischer Form ab. Der Keller mit seinen Gängen scheinen unabhängig von dem Haus geplant worden zu sein und ich vermute, dass die Gänge nicht nur die einzelnen Häuser untereinander verbanden. Wenn dies schon der Fall ist, dann kann ich mir gut vorstellen, wie das plötzliche Erscheinen und Verschwinden von Hausmeister Wii zu erklären ist. Wenn sich einer mit der Architektur dieser Gänge auskennt, dann er. Ich folge dem unheimlichen Gesang, der ebenso, wie ein rußiger Geruch von verbrennenden Fackeln neben deren Licht in einen der drei Gänge verweisen. Der Gang verläuft nicht gerade, zweigt ab und verästelt sich. Vielleicht sollte ich mir lieber den Rückweg merken, aber eigentlich ist es jetzt schon zu spät. Der Gesang ist jetzt auch schon sehr Laut und ich kann auch immer wieder das Knallen einer Peitsche hören, gefolgt von einem Schmerzensschrei. Dann mündete der Gang in einer größeren, von Fackeln erhellte Höhle. Vielleich zehn, zwölf Gestallten mit Mänteln, meinem gleich, stehen vor mir. Ich stelle mich unauffällig hinter die Frauen. Diese murmeln jetzt einen wiederholten, nach einer sehr alten Sprache klingenden Satz. Da ich ein wenig größer bin, kann ich über die Köpfe hinweg erkennen, was da vor uns passiert. Linker Hand stecht Michelle nackt, ...
... die Hände an schweren Ketten an einem Ring in der Decke hochgehalten. Hinter ihr steht Hannah, ebenfalls nackt, aber mit mehreren Runen oder ähnliche dämonische Zeichen bemalt. Sie lässt beständig eine siebenschwänzige Peitsche immer wieder auf den Rücken von Michelle niedersausen. Rechter Hand liegt das fehlende Buch aus dem Zimmer des Prinzipals aufgeschlagen auf einem mit Teufelsköpfen verzierten Lesepult. Hinter einem Altar mit einer schwarzen Decke mit einem umgedrehten Pentagramm steht Sibille Oswalt in einem roten Kleid mit langem Umhang und offener Kapuze gekleidet und hält einen Kelch in die Höhe. In mir schreit es danach, einzuschreiten. Irgendetwas stimmt hier nicht. Aber dieser Singsang der Frauen, diese Szene verursacht in mir eine wohlige, täuschende und einlullende Wärme. Einzig mein schmerzender, immer noch steifer Schwanz lässt ein wenig meines freien Willens am Leben. Sibille fängt an lauter Sätze aus dem Almanach zu rezitieren. Die Luft scheint immer zäher zu werden, die Frauen um mir herum streicheln sich und die Körper der jeweiligen Nachbarin, fangen an sich zu küssen. Ich versuche mich möglichst unauffällig im Hintergrund zu halten. Die Wand hinter Sibille wird immer schwärzer, ein eisiger Lufthauch breitet sich aus, trotzdem scheinen unsere Körper zu brennen. Jetzt zeigt Sibille auf Michelle. Hannah legt die Peitsche zur Seite, öffnet die Handmanschetten und stützt Michelle, die kraftlos zu Boden gesackt wäre. Dann führt sie sie zum Altar, legt sie ...