1. Polyamorie 04 - Kapitel 01+02


    Datum: 29.07.2021, Kategorien: Romane und Kurzromane,

    ... Marie zu wärmen, so gut ich konnte. Erneut schob sich Marie unter der Decke vor. Sie legte sich oben darauf. So hatte ich keine Möglichkeit, sie damit zuzudecken. Ihre Bockigkeit machte mich wütend. Ich ließ sie aufgedeckt liegen und nahm sie in meine Arme. Dann musste es eben so gehen.
    
    Nach einer Weile spürte ich, dass sie eingeschlafen sein musste. Ich zog die Zudecke vom anderen Bett herüber und breitete sie über meinen kleinen Engel aus. Mit Erfolg! Ich blieb noch lange wach neben Marie liegen, dabei blitzten wieder die Bilder des Schusses vor meinen Augen auf.
    
    Wie hätte ich es nur verhindern können?
    
    Autorenanmerkung:
    
    Sorry, Juls!
    
    Es ist mir nicht leichtgefallen, aber um die Entwicklung der Geschichte und der anderen Charaktere voranzutreiben, muss ein Autor manchmal jemanden opfern. Ich hoffe, das Extra-Kapitel (Prolog) ist ein kleiner Trost für all deine Fans.
    
    R.I.P. Juls
    
    Kapitel 2 -- Trauer und Trotz
    
    Sonntag, 8. Januar 2017 -- Montag, 9. Januar 2017, New York -- USA
    
    Frank
    
    „You're next. Fucking bitch!"
    
    Im Traum hörte ich einen lauten Knall und schreckte aus dem Schlaf. Mein Körper zitterte, als ich mich im Bett sitzend vorfand. Mir brummte der Schädel. Mit beiden Händen umklammerte ich meinen Kopf und presste ihn zusammen, in der Hoffnung die Schmerzen würden davon aufhören. Ich sah mich um. Es war nicht ganz dunkel im Zimmer, das Mondlicht schien durch das Fenster und erhellte hauptsächlich das Bett mit seinen weißen Laken und ...
    ... Bezügen.
    
    Neben mir sah ich Marie zusammengerollt liegen, nackt und wieder aufgedeckt. Die Arme umklammerten ihre Beine und den Kopf hatte sie an die Knie gezogen. Ich deckte sie abermals zu und fühlte, wie kalt sie war. Ich würde sie gleich wärmen, doch zuerst musste ich auf die Toilette. Mein Kopf dröhnte bei jeder Bewegung, mir war schwindelig und übel noch dazu.
    
    Wackelig stieg ich aus dem Bett und tastete mich zur Tür. Erst draußen machte ich Licht und schleppte mich weiter zum Bad. Ich musste mich zum Pinkeln auf die Toilette setzen, da ich befürchtete umzufallen, wenn ich es im Stehen versuchen würde. Mein Kopf fühlte sich an, als wäre eine Bauarbeiterkolonne damit beschäftigt, Löcher in meinen Schädel zu bohren.Zieh doch mal einer den Stecker von dem Idioten mit dem Presslufthammer!
    
    Ich schloss die Augen und massiert meine Schläfen. Es half nicht viel. Dabei stellte ich aber fest, dass sich alle Geräusche sehr dumpf anhörten. Probeweise räusperte ich mich.
    
    Rechts klang es normal, aber links war alles viel leiser. Ich hatte noch den Verband am Ohr. Ob das den Unterschied erklärte? Ich fühlte nichts Besonderes. Der Verband war trocken und das Darüberstreichen hörte ich auch deutlicher als mein Räuspern. Dann war es bestimmt nur der Verband, der den Schall dämpfte.
    
    Nachdem ich mein Geschäft erledigt hatte, wischte ich mir mit kaltem Wasser durch das Gesicht. Das tat meinem Kopf gut, die Schmerzen waren für einen Moment betäubt. Doch ich brauchte etwas, das länger ...
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