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Die Babysitterin
Datum: 30.07.2021, Kategorien: Erotische Verbindungen,
... unbarmherziger als erwartet. Ich wusch schnell mein Gesicht und nahm Johanna in den Arm. Beim Einschlafen blieb ich besonders lange bei ihr. Ich ging duschen und ließ ich mich danach ins Bett fallen. Noch nie in meinem Leben war ich emotional so geschlaucht. Das Leiden des eigenen Kindes war unerträglich oder mindestens zehnmal-hundertmal so schlimm wie das eigene. Lene erwies große Empathie. Ich lag da wie ein Waschlappen. Sie kraulte mein Haar und begann mich von oben bis unten zu streicheln und zu massieren. Sie machte keine sexuellen Annäherungsversuche, obwohl ich nur ein kleines Handtuch umgeschlagen hatte. Sie wollte mir nur sagen, dass sie da war, und brachte mich zum Entspannen. Obwohl ich an dem Abend kein Wort mehr sprechen konnte, war ich ihr sehr dankbar. Zwei Tage später standen Rebekkas Eltern vor der Tür. Ihre Gesichter waren irgendwo zwischen grimmig und erschüttert. Ich befürchtete, sie wären wütend auf mich, doch ich sollte mich irren. Rebekkas Mutter ergriff das Wort: „Ich weiß nicht, was ich sagen soll. Es ist unfassbar! Wie kann man nur sein eigenes Kind so abstoßen und verlassen. Und das so plötzlich." Ich musste ihr erklären, dass dies gar nicht so plötzlich über die Bühne gelaufen war. Schon immer war Rebekka die Mutterrolle unbehaglich. Die zwölf Monate der Elternzeit waren für sie die Hölle. Zumindest hatte sie es versucht, doch danach entfernte sie sich von ihrer Tochter immer mehr. Die Arbeit in Kanada war gar nicht mehr überraschend ...
... und machte auch keinen großen Unterschied mehr, denn ich kümmerte mich so oder so viel mehr um Johanna als sie. „Wali, es war nie eine sonderlich starke Bindung zwischen Rebekka und mir. Deswegen haben wir auch nie geheiratet. Ihre Entscheidung, nach Kanada zu gehen, war schon ziemlich aussagekräftig. Sie hat mir vor über zwei Monaten eröffnet, dass sie nicht zurückkehren würde. Mit Johanna sprach sie vorgestern." Waltraud jammerte und beklagte sich erneut, um danach ihre eigentliche Botschaft zu verkünden. „Ich wollte dir nur sagen, dass Hans und ich auf deiner Seite stehen, auf der unserer Enkelin." Sie hielt die Hand ihres Mannes fest. „Ich bin bestürzt über das, was meine Tochter da gemacht hat. Umso mehr möchten wir als Großeltern für euch da sein. Also, wenn ihr etwas braucht, sagt es uns." Dann schielte sie zu Lene hinüber. „Ihr seid jetzt... sozusagen... also...", stammelte sie. „Sozusagen ja", beantwortete ich ihre ungeschickte Frage. „Wollt ihr vielleicht etwas zu zweit sein? Wir könnten Johanna für ein paar Tage zu uns nehmen." So kam es, dass nachdem wir zu dritt ausgesprochen idyllische Weihnachtstage verbrachten (mit vielen Plätzchen, Spielen und Kinderfilmen), meine Tochter für vier Tage zu ihren Großeltern ging. Kaum wurde sie abgeholt, begann Lenne wild umherzuhüpfen. Vom Flur in die Küche, zweimal um den Tresen, dann in Richtung Wohnzimmer. „Sturmfreie Buuude! Sturmfreie Buuude!", schrie sie. Ich konnte nicht entscheiden, ob es ...