1. Die Babysitterin


    Datum: 30.07.2021, Kategorien: Erotische Verbindungen,

    ... Luft und begann.
    
    „Das Lene-Mädchen ist in der Zeit erstarrt. Es ist immer noch fünf. Das, was sie damals verloren hat, möchte sie neu erleben, immer wieder. Sie denkt, dazu muss sie sich verhalten, als wäre sie tatsächlich fünf. Sie will Geborgenheit und Schutz."
    
    Sie erzählte ausführlich über ihre Welt von damals, kurz bevor ihr Vater starb. Es war faszinierend mitanzuhören, wie detailliert sie ihre Erinnerungen schildern konnte, die ja mindestens 13 Jahre alt waren. Als wäre alles gestern passiert. Ich verstand langsam, warum sie es liebte, wenn ich sie badete, sie danach anzog oder sie versorgte, als sie krank war.
    
    „Warum verbindest du diese Erlebnisse jetzt mit Erotik?", fragte ich.
    
    „Ich glaube, jedes Mädchen verbindet solche väterlichen Momente mit Erotik. Allerdings bleibt es dann dabei, denn mit dem Vater entwickelt sich ja nichts -- normalerweise. Doch ich habe keinen Vater mehr. Ich habe kaum erfahren, wie es ist, Nähe zu einem älteren Mann zu haben, also führt das Fehlen dieser Erfahrung zu falschen Vorstellungen, wobei ich gleichzeitig auch Sehnsucht nach einer Vaterfigur habe. Aber diese ausgebliebene Persönlichkeitsentwicklung lässt sich nicht einfach später nachholen. Höchstens zu einem kleinen Teil. Ich glaube es ist daher viel besser, wenn man sich damit abfindet und das Beste daraus macht."
    
    Während sie den letzten Satz sagte, lächelte sie mir zu. Dieses war das erste echte Lächeln ihrerseits an jenem Abend.
    
    „War dein Vater streng?", wollte ...
    ... ich wissen.
    
    „Meinst du, ob er so streng war, wie ich es jetzt haben möchte? Nein, natürlich nicht. Er hat höchstens ab und zu seine Stimme erhoben. Musste er ja, ich war fünf, da wird schon mal gezickt."
    
    „Wie kommt es dann, dass du dich nach einer strengen Vaterfigur sehnst?", hakte ich weiter nach.
    
    „Sagte ich doch schon: falsche Vorstellungen. Da ist ein Vakuum, was alles einsaugt. Zum Beispiel was ich von den Vätern von Freundinnen gesehen habe und was sie mir selbst erzählt haben. Oder ein Kinderfilm, in dem ein Mädchen von ihrem Vater übers Knie gelegt, dann hinauf ins Zimmer geschickt wird, wo ein anderes Mädchen den versohlten Hintern sehen will und erschüttert ist, wie rot er ist. Wenn ein kleines Mädchen -- wie ich -- so etwas zur falschen Zeit sieht, dann bleibt es für immer hängen. Oder die Mahnungen von Großtanten, wie sie früher ihren Hintern verdroschen gekriegt haben, wenn sie so frech gewesen wären wie ich. Oder schaurige Geschichten über Mädcheninternate und Erziehungsanstalten in den 50er und 60er Jahren. Ich könnte noch viele solche Beispiele nennen. Es sind kleine Momente, unbedeutende Szenen oder Geschichten, die ich erlebt habe, die alle dazu beigetragen."
    
    „Aber wenn du doch weißt, dass sie falsche Vorstellungen sind, warum willst du sie trotzdem erleben?"
    
    „Ich erspare es dir, eine mehrstündige Einführung in die Sexualpsychologie zu geben", lachte sie. „Obwohl ich denke, dass du dies alles eigentlich weißt, daher sage ich es mal so: Es ist ...
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