1. Die Babysitterin


    Datum: 30.07.2021, Kategorien: Erotische Verbindungen,

    ... Lene diese Bitte nicht fassen, hielt sich die Hände vor den Mund und sank auf die Knie.
    
    „Mama", wiederholte Johanna ihre Frage. „Ob ich Mama sagen darf."
    
    Lene blickte mich ungläubig an, dann konnte sie sich nicht mehr zurückhalten und brach in Tränen aus.
    
    „Warum weinst du?", verstand Johanna die Reaktion nicht.
    
    Lene umarmte meine Tochter und schaffte es vor lauter Schluchzen gar nicht, etwas zu sagen. Lange Sekunden vergingen so. Dann ließ sie Johanna los, trocknete sich das Gesicht mit ihren Ärmeln und räusperte sich.
    
    „Weil ich mich so sehr freue. Und ja, natürlich darfst du mich Mama nennen, wenn du das möchtest. Das wäre..."
    
    „Okay", grinste Johanna und übergab Lene noch das aufklappbare Bild, das sie über die letzten Wochen im Kindergarten gebastelt hatte und das ihre heutige ganz besondere Anfrage eigentlich eingeleitet hatte.
    
    Anschließend rannte sie in ihr Zimmer hinauf, weil sie ihre Puppen umkleiden wollte. Für sie war die Angelegenheit damit erledigt. Wir Erwachsene brauchten dagegen deutlich länger, um dieses Ereignis und die neue Rollenzuordnung zu verdauen. Auch ich musste mir ein paar Tränen aus den Augen wischen, während Lene weiterhin auf dem Boden kniete und geschockt ins Nichts starrte.
    
    Nach vielleicht zwei Minuten sprach ich sie vorsichtig an. Sie blickte mich mit einem zurückhaltenden Lächeln an, dann schaute sie auf den kleinen Strauß, hielt diesen noch fester in ihrer Hand und las bestimmt zum zehnten Mal das Kärtchen. „Für Mama ...
    ... -- von Johanna" stand drauf mit schiefen, krummen Buchstaben, denn Johanna bestand darauf, dass sie alles eigenhändig schrieb (Buchstaben nachschreiben oder nachmalen konnte sie schon gut).
    
    „Es ist... ich fühle mich... wie in eine andere Dimension versetzt. Ich will es gar nicht wahrhaben. Ich träume nur! Zwick mich!", bat sie.
    
    Das tat ich nicht, ich half ihr einfach nur auf. Sie gab mir einen verträumten Kuss, dann ging sie wieder in die Küche und kümmerte sich um den Kuchen.
    
    Der Tag war für Lene schwer. Wir besuchten zuerst ihre Mutter, dann Johannas Großeltern. Sie durfte nichts sagen und musste so tun, als wäre nichts Besonderes passiert. Ich sah ihr an, dass in ihr drin, in ihrem Herzen ein Freudentanz stattfand.
    
    Abends vor dem Schlafengehen saß Lene gedankenverloren auf dem Bett.
    
    „Das war deine Idee, stimmt's?", wollte sie wissen.
    
    „Oh nein! Das kam einzig und allein von Johanna."
    
    „Aber... aber. Ein nicht einmal fünfjähriges Mädchen kommt doch nicht von selbst auf so etwas!"
    
    Ich berührte sanft ihre Wange und drehte ihr Gesicht zu mir, damit sie mir in die Augen schauen musste.
    
    „Doch, das tut sie. Und wenn sie von jemandem beeinflusst wurde, dann höchstens von dir. Mit wem bitte hat sie denn über die letzten zwei Jahre mehr Zeit verbracht, mit dir oder mit Rebekka? Wer ist denn für sie die Frauenfigur, das Rollenmodell? Wer ist immer für sie da?"
    
    Lene schüttelte den Kopf, als wollte sie all das nicht wahrhaben.
    
    „Das ist alles deine Schuld. ...
«12...838485...113»