-
Rehabilitationsmaßnahmen 02
Datum: 07.09.2021, Kategorien: Romane und Kurzromane,
... geschuldet war. Nach dem Mittagessen, "fricher Fich" (der Koch hatte einen leichten Sprachfehler), noch ein Vortrag über koronare Herzkrankheiten, um uns das Wochenende endgültig zu vermiesen. Die Chefin sprach mich danach wegen der Fotos an und erklärte mir, dass der Geschäftsführer diese Woche im Urlaub gewesen wäre, aber man (?) würde mir noch Bescheid geben. Hatte der denn keinen Stellvertreter, der solche Kleinigkeiten entscheiden durfte? Devi sah ich an diesen Tag nicht mehr, denn sie hatte sich schon um 11:30 Uhr ins Wochenende verabschiedet. Leider nicht bei mir. Beim Abendessen machten Arne L. und ich für den Samstagmorgen einen Stadtbummel mit anschließenden Supermarktleerkauf aus. * * * Samstag, 17.Juni 2023 Nach dem Frühstück packte ich eine Stofftasche, meinen Krückstock und traf mich mit Arne an der Rezeption. Gemeinsam machten wir die Bergwanderung zur Bushaltestelle, eine kleine, aber steile Auffahrt, die uns fast unsere Reserven kostete. Aber auf dem Weg ins Zentrum konnten wir uns wieder etwas regenerieren. Auf dem Weg zum "CAP", wo wir einkaufen wollten, sahen wir ein Eiscafé und beschlossen, dass wir hier uns von unserer strapaziösen Einkaufstour erholen konnten. Im "CAP" kaufte ich mir zuckerfreie Bonbons mit dem bekannten Konterfei des Fischers und 2l Fruchtsaft, denn nur Mineralwasser tötet mit der Zeit meine Geschmacksnerven. Arne hatte sich auch in der Zwischenzeit mit allem Notwendigen eingedeckt und als ich sah, was er im ...
... Einkaufswagen hatte, wurde ich etwas blass. Meine kleine Einkaufstasche würde niemals für all die guten Dinge ausreichen. Plastiktüten oder Stofftaschen gab es auch nicht, nur Papiertüten in allen Größen, die bei dem Gewicht, mit dem wir sie vollpacken würden, den Boden und wir unsere Einkäufe verlieren würden. Nach kurzem Suchen fanden wir dann eine Kunststoffgefriertüte, die sehr stabil aussah. Wir packten sie voll und als Arne sie hochheben wollte, sagte ich, dass er mich das machen lassen sollte. Ich bin doch kräftiger gebaut als er und einige Jahre jünger. Außerdem war ich trotz Gehstock besser zu Fuß als er, denn er hatte seinen Rollator nicht dabei. Die 400m bis zum Eiscafé kamen mir vor wie eine Ewigkeit. Die Griffe aus Hartplastik der Tasche schnitten sich in meine Finger und ich hatte auch noch meinen Beutel dabei. Durch meinen Gehstock konnte ich nur eine Hand benutzen und so musste ich fast noch öfter eine kleine Pause einlegen als Arne. Wir waren am Rand der Erschöpfung, als wir endlich unsere Sachen abstellen und im Schatten Patz nehmen konnten. Ein Eisbecher für Arne und ein großer Cappuccino für mich waren die Belohnung für unsere Mühen. Arne entschuldigte sich, weil er ein bestimmtes Örtchen aufsuchen wollte und dann dauerte es, bis er wieder mit verkniffenem Gesicht auftauchte. Er schimpfte wie ein Rohrspatz. "Geh da bloß nich rein, da drin ist es finster wie im Bärenarsch. Gott sei Dank weiß ich, wo ich meine Sachen finde, aber kaum hocke ich auf dem ...