1. Rehabilitationsmaßnahmen 02


    Datum: 07.09.2021, Kategorien: Romane und Kurzromane,

    Rehabilitationsmaßnahmen_2
    
    oder knapp daneben ist auch vorbei.
    
    Eigentlich wollte ich nichts mehr von Arne schreiben, aber es ist etwas passiert, was meine Meinung grundlegend geändert hat.
    
    Nachdem er einen leichten Schlaganfall so einigermaßen überstanden und auskuriert hatte, war er der Meinung, er sei so ziemlich unsterblich und gegen alles gefeit, was da noch kommen möge. Ein Irrtum der größer nicht hätte sein können.
    
    Aber lassen wir ihn selber berichten.
    
    * * *
    
    Arne ( ein Rückblick )
    
    Montag, 15. Mai 2023
    
    Ich hatte die letzten Tage nicht besonders gut geschlafen. Zweimal war ich mitten in der Nacht wach geworden, weil ein massiver Schweißausbruch mit heftigem Luftmangel und Atembeschwerden mir zu schaffen machte. Ich saß dann länger als eine Stunde am offenen Fenster und schnappte nach Luft wie ein Fisch auf dem Trockenen.
    
    Melanie machte sich schwere Sorgen und drängte mich, endlich mal zum Arzt zu gehen. Da ich sowieso noch einen Termin bei Johannes wegen meiner Rentenneuberechnung hatte, konnte ich beides bequem miteinander verbinden. Die Ärztepraxis liegt ja genau über dem Rathaus im ersten Stock.
    
    Also stand ich Punkt Acht Uhr bei Johannes auf der Matte, um die Anträge und Fragebögen auszufüllen. Der aber schüttelte den Kopf.
    
    "Da bist du zu früh dran, Arne. Vor 8 Uhr 30 fangen die beim Landratsamt erst gar nicht an zu arbeiten und jetzt geht noch keiner ans Telefon. Geh zum Doc hoch und hol dir in aller Ruhe deine Rezepte ab. Da kannst ...
    ... du noch ein wenig mit Andrea und Annika plaudern und danach kommst du wieder zu mir."
    
    Der Gedanke an Annika machte mir Beine und ich freute mich, sie wieder zu sehen. Sie war einmal meine Mieterin in der Zweizimmerwohnung gewesen, bis sie festgestellt hatte, dass für sie und ihre beiden Mädels einfach der Platz zu knapp wurde. Sie ist dann in den Nachbarort gezogen, wo sie sich ein kleines Häuschen mieten konnte.
    
    Trotzdem reden wir oft miteinander und auch mit Mel verbindet sie eine innige Freundschaft. Bayern halten auch in der Fremde zusammen.
    
    Als ich bei Annika meine Medikamente bestellte, schaute sie mich kritisch an.
    
    "Was ist mit dir los, Arne. Du siehst, entschuldige bitte, recht beschissen aus. Stimmt etwas nicht mit dir?"
    
    "Ich schlafe zur Zeit nicht besonders gut und habe manchmal Probleme mit der Luft. Aber sonst fehlt mir nichts."
    
    Annika schüttelte den Kopf.
    
    "Du hättest sowieso die nächste Woche deine vierteljährliche Diabetikeruntersuchung und Blutabnahme. Die ziehen wir jetzt einfach vor. Geh ins Labor, gib eine Urinprobe ab und lass dir den Blutdruck messen. Und danach "Oktoberfest. O´zapft is." Wir wollen dein Blut und wir wollen es gleich. Ich schick dir Vampirella, weil sie die Einzige ist, die deinen Rollvenen noch etwas Lebenssaft entlocken kann."
    
    Ich trollte mich wie verlangt auf die Toilette, presste etwas Urin in den Becher und ließ mir dann von Laura Blut abzapfen. Beim Blutdruckmessen pumpte das Gerät viermal auf, dann ließ es mit ...
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