1. Rehabilitationsmaßnahmen 02


    Datum: 07.09.2021, Kategorien: Romane und Kurzromane,

    ... in die Klinik zukommen. Zuerst wollte sie nicht und machte einen auf bockig, aber als sie erfuhr, dass Melanie mit den Kindern kommen würde, siegte ihre weibliche Neugier. Sie wollte schließlich wissen, welche Frau es schaffte, mich davon abzuhalten, mit ihr ein tête-à-tête anzufangen.
    
    Julia sagte ich auch Bescheid, aber die hatte sowieso Wochenenddienst und wäre also im Haus.
    
    Uff, das wäre geschafft!
    
    Und nun ins Freie zum Terrain Training. Das letzte Mal war es ein Spaziergang durch den Kräutergarten, diesmal bat mich die Therapeutin um Hilfe. Sie hätte eine Patientin von mehr als 90 Jahren, die sehr gehbehindert war und von beiden Seiten gestützt werden musste. Da ich meinen Gehstock mit der rechten Hand führte, griff ich mir ihren rechten Arm, Frau H. unterstützte sie von der linken Seite. So schafften wir in einer Stunde mit etlichen Pausen fast 1500m, in angenehmen Tempo und bei nicht zu heißen Temperaturen.
    
    Danach wieder Hydrojet und Fango und als wäre ich nicht schon genug entspannt und erschöpft, anschließend MTT.
    
    Mann, freute ich mich auf das Abendessen!
    
    Danach kein Cappuccino, kein Cafébesuch, sogar am Konzert der Musikhochschule Freiburg nahm ich nicht teil. Ich war einfach zu kaputt.
    
    Meine Telefonate, außer mit Mel, hielt ich ziemlich kurz. Ich war sogar zu faul zum Schwätzen.
    
    * * *
    
    Donnertag, 29. Juni 2023
    
    Gewicht wie gestern, auch der Blutdruck war okay.
    
    Das Frühstück bestand wie immer aus 2 Tassen Kaffee und einem Glas ...
    ... Wasser, diesmal aber mit einem Spritzer Zitrone.
    
    Verdammt, Julia hat sich krank gemeldet und dabei hätte ich morgen bei ihr Visite und Arztgespräch. Ihre Vertreterin ist auch gut, aber halt nicht meine Kragenweite. Hoffentlich kann sie am Samstag kommen, damit sie Mel und die Kinder kennenlernen kann.
    
    Devi hat beschlossen, mir heute wieder die kalte Schulter zu zeigen. Sie ist an mir grußlos und mit unbewegtem Gesicht vorbeimarschiert, als wenn sie mich nicht kennen würde. Und dann eine Viertelstunde später lächelt sie mich an und winkt mir fröhlich zu, während ich auf die Aqua-Gruppe warte. Kenn sich einer mit den Frauen aus!
    
    Im Wasser waren wir heute nur zu dritt, wir hatten Platz ohne Ende und das ganze Programm lief ohne Stress ab. Danach noch Koronar-Basisgruppe und Atemgymnastik, so dass ich ordentlich Appetit hatte. Es gab Blumenkohl und Broccoli, Spätzle mit Paprikasoße und eine Putenfrikadelle so groß wie ein Kuchenteller. Salat und Milchreis habe ich nicht genommen, das hätte ich auch nicht mehr runtergekriegt.
    
    Am Nachmittag war nur noch 30 Minuten Ergometertraining angesagt, aber zu so einer blöden Zeit, dass ich nicht mehr vor dem Abendessen ins Café gehen konnte.
    
    Naja, dann halt danach.
    
    Devi kam noch einmal vorbei und hat gemeint, dass sie sich auf den Samstag freuen würde und darauf, meine Frau und die Kinder kennen zu lernen. Ich hoffe, dass sie keinen Unsinn im Sinn hat. Bei ihr bin ich auf alles gefasst.
    
    Gerade hat mir die nette Dame an der ...
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