1. Der Lehrkörper 01


    Datum: 26.09.2021, Kategorien: Nicht festgelegt,

    Reine Fiktion - Namen, Orte, Personen, Handlung sind nicht real oder nachahmenswert
    
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    Der Wagen fuhr ohne zu bremsen bei Rot in die Kreuzung ein, touchierte einen Radfahrer, der in diesem Moment querte, brachte ihn zu Fall und überrollte ihn. Dann stand der Wagen. Eine Frau stieg auf der Fahrerseite aus, schaute auf den am Boden liegenden Radfahrer, schaute sich danach panisch um und torkelte zurück zum Auto, setzte sich hinters Steuer und fuhr davon. Das ging alles sehr schnell, aber meine neue Kamera konnte auch bei diesen schlechten Lichtverhältnissen alles aufzeichnen.
    
    Ich lief zum Radfahrer, der blutend auf der Kreuzung lag und wählte die 112 und rief einen Rettungswagen. Dann versuchte ich mich in Erster Hilfe, oder was davon noch in meinem Gedächtnis geblieben war seit der 10. Klasse. Der Notarztwagen kam und schoben mich zur Seite. Während der Notarzt und der Sanitäter ihre Arbeit machten, schaute ich mir die Szene nochmals vergrößert auf der Kamera an. Mir wurde heiß und kalt, als ich sah, wer den Wagen gefahren hatte. Unsere neue Englischlehrerin, Frau Dornhagen.
    
    Was sollte ich tun? Als die Polizei eintraf, alles absicherte und nach Zeugen suchte, kamen sie zu der kleinen Bank, auf der ich saß. β€šWas tun?' dachte ich und riss in Gedanken die weißen Blätter eines Gänseblümchens aus. β€žDer Notarzt hat gesagt, du hättest sie alarmiert", sagte einer der Beamten. β€žHast du den Unfall auch beobachtet?"
    
    Langsam schüttelte ...
    ... ich den Kopf. β€žIch habe nur ein Krachen gehört und bin hergelaufen und da lag der Radfahrer auf der Kreuzung. Dann habe ich den Notarzt gerufen und dann etwas Mund zu Nase Beatmung gemacht", log ich und ließ meine Stimme zittern, was angesichts der Situation sehr einfach war.
    
    β€žDu hast niemanden wegfahren sehen, kein Auto?" fragte der Zweite der Beamten. Ich schüttelte nur den Kopf. Er beriet sich kurz mit seinem Kollegen, dann meinte er: β€žWir bräuchten deine Aussage wegen der Tatzeit und eventueller Beobachtungen. Vielleicht fällt die ja morgen noch etwas ein. Komm doch bitte morgen Nachmittag auf das Revier. Sollen wir dich nach Hause fahren lassen?" Ich schüttelte wieder den Kopf: β€žIch wohne gleich da drüben. Vielen Dank."
    
    Sie nahmen meine Personalien auf und gingen zurück zum Notarztwagen, der jetzt kurz vor der Abfahrt stand. Ich packte meine Tasche und schlich nach Hause auf mein Zimmer. Dort lud ich den Film auf meinen Rechner und schaute mir den Film die ganze Nacht in einer Wiederholungsschleife an, bis ich gegen fünf in der Früh einfach auf meinem Schreibtischstuhl einschlief.
    
    Der Wecker klingelte um sieben Uhr und ich wachte gerädert auf und musste mühsam das Geschehene der letzten Nacht rekapitulieren. Müde fuhr ich mit dem Rad in die Schule und erfuhr, dass die ersten beiden Stunden ausfielen. Englisch bei Frau Dornhagen. Na toll, hätte ich auch weiterschlafen können. Ich trieb mich mit anderen aus meiner Klasse in der Stadt herum, und haderte mit meiner ...
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