1. Zwischen Liebe und Tod


    Datum: 28.12.2021, Kategorien: Erotische Verbindungen,

    ... als wären wir nie getrennt gewesen, als würde die Zeit stillstehen. Doch dann flüstert sie mir ins Ohr: "Mach es."
    
    Ich weiß genau, was sie meint. Es ist unser altes Ritual, das wir schon als liebestolle, unersättliche Jugendliche gepflegt hatten, wenn wir uns nur zu zweit trafen. Sie liebt es und ich liebe es auch. Es ist so intim, so verdorben und immer wieder ein überwältigendes Gefühl, nicht miteinander gesprochen zu haben und gleichzeitig so weit zu gehen.
    
    Ich öffne den Knopf ihrer Jeans und schiebe meine Hand in ihre Hose. Sie stellt ihre Beine etwas auseinander und ich spüre, dass sie kein Höschen trägt, genau so wie ich es liebe.
    
    So haben wir das schon immer gemacht, seit wir uns als jugendliche Liebende zum ersten Mal trafen. Es war immer das Gleiche, das erste, was ich tat, war meine Hand in ihre Hose zu schieben. Danach konnten wir reden, aber zuerst die Hand in ihrer Hose.
    
    Ich spüre mit meinem Mittelfinger, dass sie schon feucht ist, und zu meiner Freude ist sie auch frisch rasiert. Es ist ein vertrautes und aufregendes Gefühl zugleich, ihren Körper so zu erforschen und zu wissen, dass wir noch viel weiter gehen werden.
    
    Sie stöhnt leise in meinen Mund, während mein Finger sich behutsam in ihre Spalte legt. Ich bewege ihn nicht, sondern lasse ihn einfach nur den langen Weg in ihrer Spalte entlang liegen. Ich spüre die kleine Erhebung ihres Kitzlers unter meinem Finger und mit der Fingerspitze ertaste ich den Eingang.
    
    Ich frage sie, wie es ihr ...
    ... geht, sage ihr, dass ich sie vermisst habe. Doch meine Gedanken sind wirr und ich kann kaum in Worte fassen, was alles in mir vorgeht. Ein Jahr der Sehnsucht und des Vermissens explodieren in meinem Kopf.
    
    Doch dann verpasst sie mir eine kalte Dusche mit ihren nächsten Worten.
    
    "Ich habe dich gesehen."
    
    Meine Gedanken rasen: Wie kann das sein? Wo hat sie mich gesehen? Ich habe sie nicht gesehen. Und vor allem: Warum lebe ich noch?
    
    "Wo hast du mich gesehen?", frage ich sie.
    
    "Vor drei Monaten in Bangkok", antwortet sie.
    
    Die Erinnerung kommt zurück: ein Job, der schiefgelaufen ist, die Polizei, die schneller gekommen ist als erwartet, und eine Waffe von minderer Qualität. Verdammt, Bangkok!
    
    "Ich hatte dich im Fadenkreuz", sagt sie dann.
    
    Ich schlucke. Sie hatte mich im Fadenkreuz? Warum lebe ich dann noch?
    
    "Wieso können wir dann heute beide hier sein?", frage ich sie.
    
    "Als ich geschossen habe, hast du dich gerade abgewendet und bist verschwunden", antwortet sie.
    
    Ich weiß es jetzt. Ich kann mich genau erinnern, dass ich kurz das Gefühl hatte, dass etwas an mir vorbeigeflogen sei, aber keine Zeit mehr hatte, darüber nachzudenken. Und jetzt weiß ich auch, dass sie mich wirklich erschießen würde, wenn sie mich außerhalb des 31.07. wiedersehen sollte. Die kleine Schlampe Hoffnung, dass sie in einer solchen Situation doch nicht abdrücken würde, stirbt gerade und hinterlässt eine Lücke in meinem Kopf.
    
    Ich dringe mit meinem Finger langsam in sie ein und frage ...