1. Mittagspause


    Datum: 04.02.2022, Kategorien: Romane und Kurzromane,

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    Es ist später Vormittag und Dörte allein im Haus, als ihr Mobiltelefon klingelt. Auf dem Display erkennt sie die Dienstnummer ihres Mannes. Vermutlich hat er etwas vergessen, denkt sie sich und nimmt ab: „Ja?"
    
    „Ich komme in der Mittagspause nach Hause. Bitte bereite etwas zum Essen für mich vor."
    
    "Gerne, was möchtest..." Weiter kommt sie nicht, weil Olav ihr ins Wort fällt.
    
    "Unterbrich mich bitte nicht, sondern hör zu, was ich zu sagen habe. Also: Mach Dich ein bisschen chic. Kurzer Rock. Keine Unterwäsche. Führ Dir die Liebeskugeln ein. Bis später!"
    
    Ohne eine Erwiderung abzuwarten, beendet Olav das Gespräch. Ihr Gebieter hat gesprochen! Dörte legt das Telefon ab und atmet tief durch. Die Schärfe seiner Stimme klingt ihr noch in den Ohren und hat ihren Puls beschleunigt. Ihr Blut pocht unter ihrer Haut.
    
    Erstaunlich, wie gut er es inzwischen beherrscht, einen Befehlston anzuschlagen, der keine Widerworte kennt. Seit sie ihrem Mann gebeichtet hat, dass es sie erregt, alle Verantwortung abgeben und sich seiner Autorität unterwerfen zu dürfen, lässt sich Olav immer häufiger etwas einfallen, damit sie Gelegenheit bekommt, ihre devote Neigung auszuleben. Zunächst fiel es ihm schwer, nicht aus der Rolle zu fallen, nicht zu grinsen oder zu lachen, wenn er Gehorsam von ihr forderte. Doch er hat schnell dazugelernt. Dörte hat nicht den geringsten Zweifel, dass sie gut beraten ist zu tun, was er verlangt.
    
    Sie wirft einen Blick auf die Küchenuhr. Zwei Stunden hat ...
    ... sie Zeit. Das wird ihr bequem genügen. Trotzdem drängt es sie, sofort loszulegen. Lieber zu früh fertig sein als zu spät. Ihr Mann soll keinen Grund haben, an ihrer Folgsamkeit zu zweifeln.
    
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    Pünktlich um 13 Uhr klingelt es an der Tür. Eilig durchquert Dörte den Flur. Bei jedem Schritt spürt sie die Bewegungen der Kugeln in ihrem Inneren. Die Stimulation reizt ihre Nerven zusätzlich, die ohnehin schon erwartungsvoll gespannt sind. Sie öffnet und tritt an die Seite, um ihren Mann einzulassen. Aber Olav macht keine Anstalten sich zu bewegen. Dörte wartet geduldig und mit gesenktem Blick. Er mustert sie, um zu überprüfen, ob sie sich seinen Anweisungen gefügt hat. Das ist Dörte klar. Aber es schreckt sie nicht. Denn sie ist überzeugt, dass ihr Outfit seinen Wünschen entspricht. Sie hat sich dezent geschminkt, trägt eine frisch gebügelte rote Bluse und einen Rock aus leichtem Stoff, der deutlich oberhalb des Knies endet. Ihre Füße stecken in eleganten Pumps mit Pfennigabsätzen. Viel mehr gibt ihr Kleiderschrank nicht her.
    
    Olav lässt sich Zeit, obwohl ihm ausgezeichnet gefällt, was er sieht. Ihm ist es wichtig, Dörte deutlich zu machen, dass er kontrolliert, ob sie sich an seine Vorgaben hält. Sie soll nicht auf die Idee kommen, ihm sei es nicht ernst damit. Er lässt noch einige Sekunden verstreichen, bevor er ihr bedeutet vorauszugehen. Während seine Frau langsam in Richtung Küche stöckelt, begutachtet Olav ihre Rückansicht. Er muss sich beherrschen, nicht anerkennend zu ...
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