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Silberhochzeit 2
Datum: 24.11.2022, Kategorien: Sonstige,
... Liebling?", Christian sah mich besorgt an. Nickend bestätigte ich ihm meine bessere Verfassung und hielt ihm auffordernd das kleine Glas entgegen. Ich leerte es erneut, dann stand ich auf und ging in der Hoffnung dass Enrico nicht mehr zu sehen wäre zur Terassentür. Doch er war noch da. Er saß mit dem Rücken gegen die Scheibe gelehnt auf dem Boden. Ich schluckte. "Bringst du mich rüber Christian?", ich war bemüht meiner Stimme einen festen Klang zu geben, "Und bitte vergiss nicht: egal was heute Nacht passieren mag, du hast es so gewollt!" Christian nickte:" Ich werde dich nicht verlassen, niemals mein Engel! Wenn du willst schwöre ich es beim Leben unserer Söhne! Ich will doch nur, dass alle wieder glücklich sind. Du, meine Brüder und ich, was mit Lisa passiert ist mir ehrlich gesagt egal. Ich habe ihr nicht einmal verraten wo ihr Mann steckt." Er öffnete die Terassentür, hob mich auf seine Arme und trug mich den ganzen Weg durch unseren Garten, über die kleine Brücke, die rechts neben Papa Fernandos großen, heißgeliebtenTeich über den Bach führte. Es war eine warme Sommernacht und der Jasmin im hoteleigenen Garten verströmte einen betörenden Duft. Christian trug mich bis hin zum Hintereingang des Gebäudes. Er setzte mich ab und öffnete mit dem Generalschlüssel, den wir besaßen, die Tür. Dann führte er mich zu dem kleinen Fahrstuhl, der nach Eingabe eines Zahlencodes direkt zur Hochzeitssuite hinauffuhr. Ich war ganz ruhig, als ich Christian aufforderte ...
... mich zu küssen, der Alkohol hatte seine Wirkung getan. Er küsste mich so intensiv, dass meine Beine mir kurzzeitig ihren Dienst versagten und ich in seinen Armen hing. "Du musst keine Angst haben, mein Engel. Ich würde Enrico mein Leben anvertrauen. Ich kümmere mich morgen früh um die Jungs. Du musst dich um nichts sorgen", sagte er noch, bevor er mich sanft in den Fahrstuhl schob. Ich nickte und flüsterte:"Ich liebe dich Christian ... mehr als mein Leben." "Ich liebe dich noch viel mehr, mein Engel", gab Christian zurück und tippte eine Zahlenfolge in die kleine Tastatur ein. Die Tür schloss sich und ich rutschte ganz langsam an der Wand des Fahrstuhls herab, bis ich mit dem Hintern auf den Boden saß, als ich spürte, wie er sich in Bewegung setzte. Mir wurde bewusst, dass ich nichts anhatte, außer dem seidenen, schwarzen, knöchellangen Nachthemd mit den dünnen Spaghettiträgern, welches ziemlich tief blicken ließ. Mein Haar wird vollkommen zerzaust sein, kam mir noch in den Sinn, bevor ich zu kichern begann. Alkohol trank ich stets nur in Maßen, wenn überhaupt, dann mal ein Glas Wein ... Ich kicherte immer noch, als ich nach der zweiten Etage lauter werdende Musik vernahm. "Nothing else matters" erkannte ich und überlegte noch von wem das Stück doch gleich war, als die Tür des Fahrstuhls sich auch schon öffnete. Ich rappelte mich hoch und betrat leicht schwankend die Suite. Gleich darauf schloss sich die Tür hinter mir, der Fahrstuhl ratterte wieder ...