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Silberhochzeit 2
Datum: 24.11.2022, Kategorien: Sonstige,
... immer so lieb gewesen, als wärest du mein eigen Fleisch und Blut, meine Tochter, genauso wie Christian ein weiterer Sohn für mich ist", flüsterte sie, bevor sie die Augen wieder schloss. Leise weinend begann ich mit der täglichen Körperpflege, sanft und vorsichtig, um ihrem ausgemergelten Körper keinen Schmerz zu bereiten. Als ich fertig war, umfasste sie meine Hand mit erstaunlich festem Griff. "Willst du nicht dein Herz bei mir erleichtern, mein Mädchen, ich weiß schon seit langem was dich quält. Lasse deine Gefühle zu Lena, lasse auch das frei, was du tief in deiner Seele verborgen hältst", forderte sie mich zum Reden auf. "Mama Maria, mir geht es gut ...", gab ich tonlos zurück. "Vielleicht ist es irgendwann zu spät Lena. Ich habe mal ein Zitat von Dan Millmann gelesen: >Frage dich in jeder schwierigen Situation: Was würde der stärkste, mutigste, liebevollste Teil meiner Persönlichkeit jetzt tun? Und dann tue es. Tue es richtig. Und zwar sofort.< Zögere nicht länger, mein Kind. Stehe deinem Glück nicht selbst im Wege. Eure Kinder haben in euch wundervolle Eltern, die ihnen in jeder erdenklichen Situation beistehen würden. Kinder spüren es, wenn euch etwas belastet, glaube mir, und sie leiden mit euch, obwohl sie nicht wissen worum es eigentlich geht. Versprich mir, mein Mädchen, dass du dich um Enrico kümmerst, wenn ich nicht mehr da bin. Schenke ihm ein wenig von deiner Liebe und Wärme, nur soviel, wie du für ihn erübrigen kannst, ich mache mir so ...
... große Sorgen, dass ihn sein Herzschmerz eines Tages zerreißen wird", verlangte sie mit geschlossenen Augen. Heulend fiel ich vor ihrem Bett auf die Knie, küsste ihre Hand und schluchzte: "Wir werden alles für ihn tun Mama Maria, alles was in unserer Macht steht werden Christian und ich für ihn tun. Ich werde ihm Liebe und Wärme schenken, soviel er von mir annehmen mag, denn ich habe genug davon in mir, sodass ich deinen Sohn und meinen Mann damit überschütten kann. Ich werde für Enrico da sein, wann auch immer er mich braucht, das verspreche ich dir." "Danke meine Tochter, das macht es mir leichter", sprach sie und drückte ganz zaghaft meine Hand um gleich darauf einzuschlafen. Ich blieb noch eine Weile, vor ihrem Bett kniend bei ihr, um mich wieder zu fassen. Erneut dachte ich darüber nach, was das Gespräch zwischen Enrico und seiner Mutter zu bedeuten hatte. Nach Lisas Fehltritt vor etwa vier Jahren, lief die Sache zwischen Enrico und mir noch fast zwei Jahre, bis Mama Maria ihn zur Rede stellte, sie hatte Verdacht geschöpft und wir beschlossen den Wahnsinn zu beenden. Danach musste das mit dieser Frau passiert sein, aber das machte alles keinen Sinn, denn als Alessandro dann am Boden war, hatte ich mich nochmal mit Enrico eingelassen und er versprach mir, dass er wenn nötig ein ganzes Leben lang auf mich warten würde. Drei Tage später ist Alessandro nach Italien abgereist. Ich verstand es nicht ... egal. Jedenfalls hatten sich Lisa und er lange davor ...