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Silberhochzeit 2
Datum: 24.11.2022, Kategorien: Sonstige,
... gleich wieder lauthals zu schimpfen: "Du bist sowas von Tod Enrico, das schwöre ich dir!" Ich hörte ihn an den Türklinken rütteln. "Der hat doch eine Macke", schrie Christian, "die Türen sind alle abgeschlossen!" Ich lachte, zündete die Kerze an und ging zur Wohnzimmertür, sie war nicht verschlossen. Als ich eintrat war ich vollkommen überwältigt. "Komm herunter Christian", rief ich, "sieh dir das an!" Als Christian die Treppenstufen hinabpolterte und wütend schrie: " Was hat der Idiot noch gemacht?", war ich schon damit beschäftigt die unzähligen Kerzen zu entzünden, die im Raum verteilt waren. Die Sitzgarnitur wurde zusammengeschoben. Vor dem offenen Kamin, in dem das aufgeschichteten Holz darauf wartete angezündet zu werden, lag mit genügend Sicherheitsabstand eine große Matratze, ein schwarzes Satinlaken war locker darüber drapiert und rote Rosenblüten lagen auf Matratze und dem gesamten Boden verstreut. Neben der Matratze stand ein Tablett mit zwei Gläsern und einer Flasche Champagner im Sektkühler, zwei langstielige Rosen lagen quer davor. Große und kleine Vasen, ebenfalls mit den gleichen Rosen befüllt, standen überall herum, wo sich Platz dafür bot. Rote Herzluftballons hingen an jeder erdenklichen Stelle, wo sich die Möglichkeit fand sie zu befestigen. Christian war ebenso überwältigt wie ich. "Vielleicht bringe ich den Blödmann doch nicht um", sagte er rau und nahm mir die Kerze aus der Hand um die restlichen damit zu entzünden und sie ...
... anschließend in den Kamin zu werfen, wo gemächlich ein loderndes Feuer entbrannte. Christian füllte die Gläser und wir stießen an. Plötzlich erklang unser Song aus den Lautsprechern der kleinen Stereoanlage und Christian schüttelte seinen Kopf. "Jetzt weiß ich, warum er mich mindestens zwanzig mal gefragt hat, wann wir nach Hause gehen. Er hat tatsächlich an alles gedacht ...", flüsterte er warmherzig an meinem Ohr, nachdem er mich in seine Arme zog. Wir haben in dieser besonderen Nacht mehrmals Sterne gesehen, bevor wir ineinander verschlungen erschöpft einschliefen. So ging die Zeit dahin, wir waren glücklich. Aber hin und wieder gab es auch die ein oder andere Auseinandersetzung, wie es in jeder Ehe manchmal vorkommt. Meistens war es Enrico, bei dem ich Trost fand. Mama Maria regte sich immer gleich auf und gab stets Christian allein die Schuld, wenn etwas zwischen uns nicht stimmte, das hatte sie schon vor unserer Ehe getan. Enrico war da objektiver und hielt mir auch meine eigenen Fehler vor Augen. Es kam sogar nicht selten vor, dass er den Weg zu mir fand um mich zu fragen, ob alles in Ordnung sei, bevor ich überhaupt daran dachte mich ihm anzuvertrauen. Unsere Söhne wurden geboren, was auch unter ungewöhnlichen Umständen geschah. Allerdings will ich darauf nicht näher eingehen, sonst wird es eine "never ending strory". Naja alles lief halt so, wie es in Millionen anderen Ehen auch abläuft, bis eines Tages Lisa ihr Herz bei mir erleichterte. Ich war in ...