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Silberhochzeit 2
Datum: 24.11.2022, Kategorien: Sonstige,
... Tut mir leid, Lisa!" Ich konnte ihren Schmerz nachvollziehen und nahm meine Freundin in die Arme. "Komm schon, das wird wieder", machte ich ihr Hoffnung. Sie schüttelte in Tränen aufgelöst den Kopf. Christian kam mit den beiden Jungen herein und erfasste die Situation. Er schickte die Kinder ins Bad zum Hände waschen, danach fragte er flüsternd was denn los sei. "Komm Lisa, erzähle Christian deine Sorgen, vielleicht weiß er ja wo Enrico seine Zeit verbringt", schlug ich meiner immer noch weinenden Freundin vor. Mit ernstem Blick sah Christian mir kurz in die Augen, umschlang dann Lisa mit einem Arm und führte sie in sein Arbeitszimmer. Erst als unsere Kinder schliefen, sprach Christian mich auf das Problem unserer Freunde an. Er reichte mir ein Glas Rotwein, setzte sich zu mir und ich kuschelte mich an ihn. Den gesamten Nachmittag hatte ich vor mich hingegrübelt. Aber mir war keine Möglichkeit eingefallen, wie ich, bzw. wir, denn es betraf ja auch Christian, den zweien helfen könnten wieder zusammenzufinden. Das Wissen, um das Leid meines Seelenpartners, brannte mir beinahe ein Loch ins Herz. Diese Bezeichnung für Enrico stammte von Christian, nicht von mir. Er sagte mal:" Du brauchst Enrico, weil er dein Seelenpartner ist und mich brauchst du, weil dein Herz sich für mich entschieden hat." Ohne ein Zeichen jeglicher Eifersucht, stellte er die Analyse meiner Gefühle vor längerer Zeit mal in den Raum, nachdem er mich fragte, ob ich Enrico liebe und ...
... meine Antwort nach ein, zwei Minuten Bedenkzeit lautete: "Bei weitem nicht so sehr wie dich, aber ich glaube ohne ihn könnte ich nicht überleben. Aber du weißt doch ebenfalls meistens wie ich mich fühle..." "Ja, mein Engel, aber nur weil ich weiß wie du tickst und den Rest baue ich mir in Gedanken zusammen. Ich kann dein emotionales Leid nicht innerlich spüren, verstehst du?" Wir sahen eine Weile schweigend ins Kaminfeuer. "Du musst es tun, mein Engel", flüsterte er ganz nah an meinem Ohr. Ich versteifte mich in seinem Arm. "Ich weiß, dass du es tun musst, Liebling. Du kannst es nicht ertragen ihn so unglücklich zu Wissen. Er braucht dich gerade so sehr, wie du ihn damals brauchtest, als du dich haltsuchend an ihm festgeklammert hast. Du musst es wenigstens versuchen mein Engel. Ich glaube kaum, dass er gleich über dich herfallen würde. Vielleicht reicht es ja, wenn du ihn hältst, so wie er dich damals hielt. Wenn nicht ... ich könnte es ertragen, das verspreche ich dir. Er ist mein Herzensbruder, genauso wie Alessandro, ich würde den beiden alles verzeihen, was es auch sei. Und du musst es tun, damit deine Seele wieder zur Ruhe kommt." Ich sprang auf und brüllte ihn an: "Ach ja? Woher willst du wissen, was ich tun muss und was nicht und überhaupt ... hast du schon mal darüber nachgedacht, was passiert, wenn einer von uns doch nicht so stark ist, wie er sich gerade fühlt? Hast du daran gedacht, dass es mit Sicherheit einen Verlierer geben wird, wenn die liebe ...