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Das Refugium 2 - Complete 000 - 018
Datum: 27.01.2023, Kategorien: Sci-Fi & Phantasie,
... konzentriert über die Tasten flogen. Sandy hatte sich bereits erneut in das Mobilfunknetz der Russen gehackt, und war, Mariannes Zustimmung vorwegnehmend, bereits dabei, Kalina Karajevas Handy zu lokalisieren. "Ich hab sie." Sandy wies mit dem Finger auf ihren Bildschirm, auf dem in einer langen Liste rund um den Namen "Kalina Karajeva" ein grüner Balken erschienen war. "Sie flaniert gerade durch-- wer hätte das gedacht -- die noble Shopping-Meile von Sankt Petersburg." Und zu Marianne gewandt sagte sie: "Jetzt bist du dran. Wirst du uns helfen?" Marianne nickte und stand auf, Sandy machte Platz vor dem Bildschirm, und gab ihr Headset an Marianne weiter. "Immer schön geradeaus schauen und lächeln, die Kamera ist im Bildschirm integriert," gab sie Marianne noch eine letzte Anweisung. Diese setzte sich in Manfreds Drehstuhl, atmete einmal tief durch, und drückte dann den "Call" Button neben Kalinas Namen. Bereits einige Sekunden später flammte das Bild auf dem Bildschirm auf, und das hübsche Gesicht der Karajeva erschien. Sie sah allem Anschein nach verärgert auf ihr Telefon und konnte sich keinen Reim darauf machen, wer ihre geheime Nummer kannte und anonym anrufen konnte. "Da? Ja? Wer ist da?", fragte sie, und hatte den Finger wohl schon auf dem "Auflegen" Knopf in der Erwartung, einen aufdringlichen Reporter wegdrücken zu müssen. "Hier ist Marianne," sagte Marianne einfach, und schaltete ihre Kamera an. "Hallo Lina. Lange nichts mehr von Dir ...
... gehört." Kalina Karajeva erstarrte, als sie ihren Kosenamen von früher hörte, wie vom Donner gerührt, und blickte ungläubig auf ihr Telefon. "Anni? Bist Du das?" "Ja Lina, und es freut mich zu sehen, dass es dir gut geht. Wie ist das Wetter in Moskau?" "Kalt, wie immer," gab Lina zurück. Jetzt war sie endgültig überzeugt. Die Phrase "wie ist das Wetter in Moskau?" war früher eine ihrer Geheimbotschaften gewesen, damit war die Stimmung von Kalinas Trainerin gemeint. War das Wetter schlecht, und das war es meistens, war sie schlecht gelaunt, und man ging ihr besser aus dem Weg. "Ich würde gerne mit dir über alte Zeiten plaudern, wenn du Zeit hast," begann Marianne vorsichtig. "Das würde ich auch, ehrlich, aber ich kann dich schlecht verstehen, irgendwer hat Radio Moskau an." Das hieß, dass sehr wahrscheinlich die langen Ohren der russischen Regierung zuhörten. "Heute ist das egal, vielleicht ist es sogar gut so," ließ Marianne ihre vorsichtiges Vorgeplänkel beiseite, "es gibt da eine Sache, bei der ich deine Hilfe brauche. Ich brauche eine Viertelstunde deiner Zeit, und ich werde dir eine Geschichte erzählen, die so unglaublich ist, dass du sie erst einmal schwer wirst glauben können. Lina, du kennst mich, ich spiele keine kindischen Spielchen, und ich habe dich nie belogen. Wenn ich dir sage, das ist vielleicht das Wichtigste, was wir jemals miteinander zu besprechen hatten, dann weißt du, dass du mir glauben kannst. Also, was sagst du? Fünfzehn Minuten, in denen du mir ...