1. Das Refugium 2 - Complete 000 - 018


    Datum: 27.01.2023, Kategorien: Sci-Fi & Phantasie,

    ... ärgern wollte, würde sie näher heran gehen müssen.
    
    Dann zog noch ein unweit davon geparktes, kleineres Kettenfahrzeug ihre Aufmerksamkeit auf sich. Die Läufe zweier mächtiger Maschinenkanonen, wie sie Lisa von der Verteidigung des Refugiums her kannte, ragten drohend in den Himmel, und daneben drehte sich unermüdlich eine Parabolantenne im Kreis.
    
    Der Gegner war also auf der Hut und beobachtete seine Umgebung, um vor unliebsamen Überraschungen, so unwahrscheinlich diese auch waren, gefeit zu sein. Unwillkürlich duckte sich Lisa ein wenig tiefer in ihr Gebüsch, aber nichts deutete darauf hin, dass man sie ausgemacht hatte. So entspannte sie sich wieder ein wenig und beobachtete weiter. Viel war da unten nicht mehr los, Lisa zählte zum Zeitvertreib die Fahrzeuge, es waren insgesamt etwa vierzig Stück. Eine kurze Überschlagsrechnung der Transportkapazität ergab, dass man es mit etwa einhundertfünfzig bis zweihundert Gegnern zu tun hatte. Das machte Lisa keine Sorgen, die Marauder waren auch ungefähr in dieser Stärke angetreten, aber im Unterschied zu jenen hatte diese Truppe schwere Waffen zur Verfügung. Das war ein Grund, sich zu sorgen.
    
    Lisa erinnerte sich noch an die unter der Hand herumerzählte Geschichte von Maddies Versuch, die Station mit einer Army-Haubitze zu beschießen, und wie das wegen der völligen Inkompetenz der improvisierten Bedienungsmannschaft kolossal in die Hose gegangen war. Diese Jungs hier konnten zweifellos besser mit ihrem Gerät umgehen, und ...
    ... würden auch mit einer anfliegenden Drohne fertig, bevor diese Schaden anrichten konnte. Darüber hinaus hatten sie sicher auch Munition zur Verfügung, die Bunker knacken konnte, also vermutlich auch das Tor zur Station.
    
    Der einzige Schutz, den die Station jetzt noch hatte, war ihre unwegsame Lage. Diesen zu überwinden war allerdings nur eine Frage der Zeit. Angesichts der vielen Kettenfahrzeuge, die sich zweifellos auch als improvisierte Baufahrzeuge einsetzen ließen, und der vielen zur Verfügung stehenden Hände war sich Lisa sicher, dass dieser Trupp die Station irgendwann erreichen und ihr ernsthaft gefährlich werden konnte.
    
    Die nächste Stunde beobachtete Lisa, wie das Leben unten im Militärlager langsam erstarb, als sich immer mehr Soldaten zur Ruhe legten. Probeweise schaltete sie das Richtmikrofon des Fernglases auf maximale Bündelung und Verstärkung. Sie konnte damit die Gespräche einzelner Soldaten abhören. Die Sprache klang in der Tat Russisch, und Lisa schaltete den Simultanübersetzer dazu. Sie erfuhr allerdings wenig Nützliches, außer dass man bedauerte, zu wenig Wodka mitgenommen zu haben, und dass sich hinter dem nächsten Schützenpanzer ein wunderbarer Platz zum Pissen befand. Lisa schaltete die Tonübertragung wieder aus, und studierte die Szenerie in Infrarot. Alles war ruhig, und die auskühlenden Umrisse der Motoren verblassten langsam. Lediglich am Überwachungsmodul und am Kommandocontainer blieb ein kleiner Generator aktiv.
    
    Lisa beschloss, dass sie im ...
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