1. Das Refugium 2 - Complete 000 - 018


    Datum: 27.01.2023, Kategorien: Sci-Fi & Phantasie,

    ... kleinere Steine vor sich auf den Weg, die meisten wurden von der Laubschicht verschluckt. Was immer sich darunter befand, seien es nun Gruben mit spitzen Stöcken oder Rutschbahnen hinunter in den tosenden Fluss, es würde wohl gesünder sein, sich einen anderen Weg zu suchen.
    
    Inzwischen wusste Marianne allerdings, wie der Ingenieur dachte. Zwischen den einzelnen Fallgruben musste es feste Punkte geben, sonst hätte man das Durchhängen des Netzes bemerkt. Marianne ging zurück zum Tunnel, und borgte sich das längste Brett von dem Steg, der zur Felsnase führte. Sie befestigte das Ende ihres Seils am Brettende, stützte das Andere mit ihrem Fuß, und ließ das Brett dann wie eine Zugbrücke über die erste Fallgrube des Laubwegs nieder. Das Brett setzte sicher auf, und Marianne ging darüber, und suchte, das Brett hinter sich herziehend, mit dem Bogen als Fühler die nächste Fallgrube. Dort wiederholte sie ihren Trick mit dem Brett, bis sie schließlich am Ende der Laubstrecke nur noch festen Boden fand
    
    Immerhin schien das jetzt aber die letzte schwierige Stelle gewesen zu sein, die Klamm war zu Ende, ab hier gab es wieder viele mögliche Wege, weiter das Tal hinaufzugehen, und damit waren die Möglichkeiten, einen Eindringling sicher verunglücken zu lassen, erschöpft. Trotzdem suchte sich Marianne, als sie weiter bergwärts aufstieg, einen möglichst eigenen Weg über unberührte Stellen, und erlebte keine weiteren bösen Überraschungen mehr.
    
    Das Tal erweiterte sich zu einem steil ...
    ... ansteigenden Geröllhang, und dann sah Marianne, dass sich die Mühe gelohnt hatte. Mitten im Hang schmiegte sich die Ruine einer alten Schutzhütte in die Felsen. Natürlich war sie stark zerstört, offensichtlich hatte es gebrannt, und Marianne war sich sicher, dass die Marauder vorher alles Brauchbare weggeschleppt hatten. Aber solche Gebäude hatten immer Keller, möglicherweise auch Nebengebäude, wo man sich einen wettersicheren Unterschlupf schaffen konnte. Zumindest gaben sie geeignetes Baumaterial her.
    
    Aber vorher musste Marianne noch herausfinden, wer der oder die Erbauer der raffinierten Fallen waren. Niemand war zu sehen, ob sie überhaupt noch lebten? Es mussten jedenfalls erfahrene Bergsteiger sein, und zumindest einer musste dabei sein, der sich sehr gut mit Technik auskannte. Marianne suchte sich eine günstige Position, von der aus sie den ganzen Hang überblicken konnte, zückte das Fernglas, und begann methodisch Meter für Meter abzusuchen.
    
    Als erstes fand sie an den Felswänden installierte Seilstrecken, die in unbekannte Höhen führten. Marianne erriet völlig richtig, dass es sich dabei um Fluchtwege aus der Reichweite der Marauder handelte. Aber niemand war zu sehen.
    
    Naheliegend war, die Ruine als Wohnsitz zu nützen. Marianne suchte die bröckelige Fassade ab, und sah durch die leeren Fensterhöhlen so gut es ging ins Innere, aber sie konnte keine verdächtige Bewegung ausmachen. Also suchte sie den Hang ab, und fand nur Steine, zwischen denen sich tausend Verstecke ...
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