1. Das Refugium 2 - Complete 000 - 018


    Datum: 27.01.2023, Kategorien: Sci-Fi & Phantasie,

    ... finden ließen. Aber nirgendwo gab es eine Spur von den Erbauern der Fallen in der Schlucht. Bald wurde Marianne der erfolglosen Sucherei überdrüssig. Wozu eigentlich das Ganze? Hier lebten ganz sicher keine Marauder, sondern vermutlich Menschen, die sich so wie sie vor ihnen verstecken mussten. Der Feind meines Feindes ist mein Freund. Entschlossen stand Marianne auf, und stieß einen gellenden Pfiff aus.
    
    "Hallo, Wirtschaft!" rief sie mit lauter Stimme, und näherte sich mit festem Schritt zielstrebig dem verlassenen Haus, "Einmal Pommes rot-weiss und ein Helles, bitte!". Sie bekam keine Antwort. Vorsichtig spähte sie durch eins der fehlenden Fenster ins Innere. Nichts zu sehen. Also ging sie durch das Loch, wo früher einmal die Türe gewesen war, hinein. Drinnen sah sie nur kahle Räume und überall Schutt und Asche. Hier wohnte sicher keiner. Ob die Hütte wohl einen Keller gehabt hatte? Marianne sah nirgendwo eine Stiege nach unten führen.
    
    Schließlich verließ sie die Ruine wieder, und setzte sich davor auf die Reste der einstigen Terrasse. Es war wunderschön hier, absolut friedlich, nebenan murmelte einer der vielen Bäche, die später vereint zu einem reißenden Fluss die Klamm entlang schossen, und die Sonne begann schon, den Himmel in zartes Abendrot zu tauchen. Marianne setzte den Rucksack ab, und machte die Beine lang auf den warmen Steinen. Sie widerstand dem spontanen Gedanken, einige Kleidungsstücke auszuziehen und sich wie früher die Haut bräunen zu lassen.
    
    Aus ...
    ... den Augenwinkeln sah sie eine flüchtige Bewegung zwischen einigen mannshohen Steintrümmern, hörte einen lauten Schnalzer und danach ein schnell näherkommendes Pfeifen. "Scheisse, die haben eine Steinschleuder," konnte sie gerade noch denken, da traf sie der Stein direkt an der Schläfe, und sie sah Sterne, bevor sich ihr Bewusstsein ausknipste.
    
    Als Marianne eine unbestimmte Zeit später wieder zu sich kam, nahm sie als erstes war, dass sie offenbar gefesselt mit dem Rücken an etwas angelehnt saß.
    
    "Natürlich", dachte sie, "das tun sie immer als erstes. Fesseln. Blödes Spiel."
    
    Marianne machte schnell Inventur, ihr Körper schien vollständig und bekleidet zu sein, aber ihr Kopf dröhnte wie eine Glocke, und an der linken Schläfe fühlte sie da wo sie der Stein getroffen hatte einen pochenden Schmerz. Immerhin schien es, dass ihr jemand einen kühlenden Wickel gemacht hatte. Es würde trotzdem eine ziemliche Beule geben. Schnell spürte Marianne zwischen ihre Beine, und zu ihrer Erleichterung nahm sie keinerlei Anzeichen wahr, dass ihre Muschi während ihrer Ohnmacht von jemandem in Besitz genommen worden war. Das alles machte Marianne sicher, dass sie es weder mit Maraudern noch mit anderen Strauchdieben zu tun hatte.
    
    Trotzdem beschloss Marianne, erst einmal behutsam die Lage zu peilen, und einen auf schwache, verletzte Frau zu machen. Sie ließ die Augen noch geschlossen, und ließ ein leises Stöhnen hören.
    
    "Sie wacht auf," kommentierte eine tiefe Männerstimme ihre kleine ...
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