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Das Refugium 2 - Complete 000 - 018
Datum: 27.01.2023, Kategorien: Sci-Fi & Phantasie,
... könnten einen Ballon steigen lassen," schlug Hans nach einer nachdenklichen Weile vor. "Unten dran hängen wir das Funkgerät aus dem Copter, und eine der Akkuzellen als Stromversorgung. Ich habe mir die zerquetschten Antriebseinheiten des Copters angeschaut. Da ist so eine Art Elektromagnet drinnen. Auf jedem sind hunderte Meter hauchfeiner und dennoch hochfester Draht aufgewickelt. Damit können wir einen Fesselballon bauen. Den schicken wir hoch bis über den Bergkamm, drehen ihn in die richtige Richtung, und senden dann Lisas Bericht an die Station." "Wo willst Du einen Ballon herbekommen?", fragte Marianne. "Wir bauen einen. Lisas Fallschirm liegt ein Stück weit unten im Tal. Wir könnten ihn bergen, und aus der Hülle sowas wie eine übergroße Tiang Deng basteln." Hans erntete nur fragende Blicke. "Eine chinesische Skylaterne. Fliegt mit Heißluft. Wie eine Montgolfiere halt." Wieder gab es nur ratlose Gesichter. "Das sind große Fluggeräte, sogenannte Fesselballone, die Vorfahren unserer Heißluftballone. Man macht bei ihnen als Antrieb einfach nur ein Feuer unter dem Hinteren an, die werden dann von der Heißluft nach oben getragen. Wenn wir es klug anstellen, könnten wir einen Ballon bauen der stark genug ist, um den Sender aus dem Copter zu tragen, und der hoch genug fliegen kann, um eine Nachricht abzusetzen. Über einen oder zwei Drähte können wir ihn vom Boden kontrollieren." "Wo nimmst Du das Feuer her? Wir haben kein Propangas oder sowas." Walter ...
... war noch nicht ganz überzeugt. "Im Copter sind noch jede Menge Lithium-Zellen. Die brennen zusammen mit Luft wie Zunder, die kommen locker auf eintausend Grad und mehr. Wir packen einige davon in ein Metallgehäuse mit ein paar Luftlöchern, damit der Abbrand geregelt verläuft. Die heißen Gase lassen wir oben raus durch ein Stück Rohr, und leiten sie von unten in die Ballonhülle. Die wird dann von der heißen Luft nach oben getragen. Das sollte klappen." "Lasst uns das machen," stimmte Marianne im vollsten Vertrauen auf Hans technisches Genie zu, "und sofort anfangen. Je schneller wir das Refugium warnen können, desto mehr Zeit haben sie, ihre Abwehr zu organisieren." "Oder die Rollläden runterzulassen und über die Berge abzuhauen, solange sie noch können." Eva war wie immer pragmatisch. "Aber bitte nicht hierher, es ist schon so eng genug." Im Refugium waren Manfred und Sandy eifrig damit beschäftigt, mehr zu Lisas Verbleib herauszufinden. Sandy stand an ihrer Werkbank und war gerade dabei, eine Drohne mit erweiterter Reichweite zu entwerfen. "Das mit dem Umbau klappt nicht," sagte sie resigniert. "die größte Drohne hier ist nur gut für die Aufklärung auf relativ geringe Distanz, sie hat zu wenig Reichweite. Ich dachte, ich könnte irgendwo etwas ausbauen, um Gewicht zu sparen, aber da ist nichts eingebaut was überflüssig wäre." "Klar," stimmte Manfred zu, "wir haben hier früher extrem effizient gearbeitet, und kein Material unnötig verschwendet. Können wir denn ...