1. Ausgrabungen


    Datum: 22.02.2023, Kategorien: Reif

    ... denn hier war ich wieder auf sicherem Terrain.
    
    "Es ist die Erfüllung meines größten Traums, seitdem ich mit Professor Eichberg hier gewesen bin. Auch das ist Tom. Meine Träume sind halt recht... hm... spezifisch."
    
    "Und so kontrolliert und kontrollierbar, findest du nicht?"
    
    "Ehm... ich bin mir nicht sicher, ob ich verstehe, was du damit sagen willst."
    
    "Ist nicht so wichtig. Wollen wir noch ein Viertel Wein bestellen? Der ist sagenhaft."
    
    "Ich weiß nicht, ich bin schon leicht angetrunken und ... vielleicht ist es ja auch der Wein, der mich so konfus macht."
    
    "Eher locker, find ich. Jetzt löst sich doch langsam der Stock in deinem Arsch."
    
    Ich verschluckte mich postwendend an dem letzten Schluck Wein, den ich mir gerade zu Gemüte führen wollte.
    
    "Oh Shit, hast du dich verschluckt?"
    
    Sie klopfte mir auf den Rücken.
    
    "Alles gut. Geht schon wieder." Etwas irritiert nahm ich wahr, dass sie zwar mit dem Klopfen aufhörte, aber ihre Hand nicht von meinem Rücken nahm, mich sogar ganz sanft streichelte.
    
    "Ich wollte dich nicht beleidigen, weißte? Ganz ehrlich, du bist der beste Prof an der Uni, deine Vorlesungen sind die einzigen, zu denen ich gerne gehe, auch wenn ich manchmal fast einschlafe... aber das hat nichts mit dir zu tun. Ich hab halt nebenbei noch ein Leben... du warst doch auch mal Student, weißt doch, wie's ist."
    
    "Natürlich."
    
    Ganz ehrlich war das nicht. Klar, ich wusste, wie meine Kommilitonen ihre Studienzeit erlebt hatten, wilde Saufgelage ...
    ... und Partys, politisches Engagement, Affären. Und ich? Ich hatte studiert, mich in Bücher vergraben, gelernt...
    
    "Garcon!"
    
    "Ehm... das heißt hier Cameriere."
    
    Er hatte sie trotzdem verstanden, ich sie auch und bestellte seufzend eine weitere Karaffe Wein, als er vor unserem Tisch auftauchte.
    
    "Bringst du mir auch ein bisschen Italienisch bei, während wir hier sind? Die Sprache klingt echt toll, ich hatte nur Englisch und Französisch in der Penne..."
    
    "Ja, es ist eine sehr melodiöse Sprache, eigentlich sehr einfach zu lernen, wenn man Latein hatte... oder Englisch und Französisch, da gibt es viele gemeinsame Elemente. Und... gerne. Wir sollten aber nicht mehr ganz so lange machen, wir müssen morgen früh raus. Weißt du, es wird zu Mittag unerträglich heiß, gerade in Pompeji, da arbeitet man am besten früh morgens, macht dann mittags eine längere Pause und dann nachmittags und abends weiter. Daher wird auch nicht viel Zeit für anderes bleiben, aber das hatte ich dir in groben Zügen ja auch schon erklärt, nicht wahr?"
    
    Sie nickte.
    
    "Morgen ist aber eh hauptsächlich Organisatorisches auf dem Programm, das Equipment auspacken, die Luftbilder und Scans nochmal vor Ort auswerten, sowas halt. Die Franzosen sind auch schon da, die Tschechen kommen laut Paolo morgen erst an. Richtig im Dreck wühlen wir dann frühestens übermorgen."
    
    "Ich freu mich drauf. Und: Danke!"
    
    Ihr schneller Kuss auf meine Lippen kam völlig aus dem Nichts.
    
    "Oh... wofür?"
    
    "Na, dass du mich ...
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