1. Polyamorie 04 - Prolog


    Datum: 21.03.2023, Kategorien: Romane und Kurzromane,

    ... abartige Dinge. Damals dachte ich, es sei abartig. Ich sollte ihn fesseln, ihm Schmerzen zufügen und erniedrigen. Oft kam er mit den merkwürdigsten Ideen an. Zuerst dachte ich, es war nur eine Phase, aber als ich ihn am Computer vor einem Video überraschte, in dem es um BDSM ging, gab es einen großen Streit. Ich warf ihn hinaus und wir trennten uns. Ich fragte mich, ob er nicht normal war und was er an diesen Quälereien fand. Also recherchierte ich und fand neben zahlreichen Videos auch eine Plattform, auf der es Geschichten gab. Diese Geschichten erklärten mir den Hintergrund und zeigten, wie viele es eigentlich mit solchen Neigungen gab. Einige der schönsten Geschichten waren auf Englisch. Ich erkannte auch, dass es neben BDSM fast genauso viel, wenn nicht sogar noch mehr Leute gab, die Geschichten über Inzest und Fetische bevorzugten. Das hat oberflächlich betrachtet nicht viel gemeinsam, doch alles ist in der Öffentlichkeit tabu. Kaum ernst genommene Diskussionen oder Lösungen für die Tausende oder weltweit Millionen Betroffenen." Ich griff zum Sektglas und nippte.
    
    „Auf der Suche nach einer Erklärung verschlang ich regelrecht das halbe Internet und fand zunehmend selber Gefallen daran. Ich bin Ärztin, oder wollte damals zumindest eine werden. Ich musste diesen Leuten helfen. Also lernte ich und bekam rasch Kontakt zu Betroffenen. Ich verabredete mich mit ihnen und hörte, was sie berichteten. Die meisten waren Familienväter mit einem soliden Beruf, so wie ich, aber ...
    ... ihre Neigungen konnten sie selten oder gar nicht ausleben. Ich beschloss, ihnen zu helfen. Ich richtete mir ein Studio ein und machte mit ihnen Termine. Später lernte ich Siggi kennen und es zog größere Kreise. Ich lernte auch andere, echte Meister kennen und ging in Tokio in ein Bondage-Seminar. Aber tief in mir drin bin ich noch immer die kleine Studentin, die lieber kuschelt, als zuschlägt."
    
    „Was ist aus deinem damaligen Freund geworden?", fragte Lena.
    
    „Inzwischen ist er Bänker, hat eine Frau und zwei Kinder und fliegt zweimal im Jahr in den Urlaub. Ab und zu kommt er in mein Studio. Seine Frau weiß nichts von seiner Neigung. Wir haben Sex zusammen, aber es ist keine wahre Liebe, nicht so wie zwischen Marie und mir." Als ich in Lenas Augen sah, spürte ich ein Kribbeln im Bauch. „Oder dir."
    
    Lena rollte sich auf mich. Wir küssten und streichelten uns wie zu Beginn.
    
    Die Badezimmertür sprang auf. Lisa und Marie lachten und alberten noch immer. Marie strich mit der Hand über ihre Pobacken. „Mein Po kribbelt, das zieht bis nach vorn in die Pussy. Du hast ganz schön hart zugehauen", beklagte sie sich bei Lisa. Diese streichelte ihr sanft über den Kopf. „Komm, ich creme dich nochmal ein, dann kuscheln wir."
    
    „Au ja, du bist so sanft, ... wie ein Engel", kommentierte Marie ihren Vorschlag und grinste happy.
    
    Beide stellten sich vor unser Bett. Sie blickten wie frisch gebadete Kinder vor dem Schlafengehen auf uns ‚Eltern' hinab.
    
    „Wir wollen nur einen Gutenachtkuss ...