1. Das Erwachen


    Datum: 21.05.2023, Kategorien: 1 auf 1,

    ... Geräuschkulisse. Ein Grollen, das von den Bergen noch verstärkt wurde. So war es auch jetzt, und noch schlimmer, denn mit dem Gewitter kam auch der Regen. Und das nicht zu wenig.
    
    In dieser ganzen Geräuschkulisse nahm ich verzweifelte Geräusche wahr. Ganz offensichtlich brauchte jemand Hilfe. Rasch hatte ich mich angezogen und eilte die Treppe hinunter. Was ich sah jagte mir einen gewalten Schrecken durch den Körper, denn die Eingangstür stand sperrangelweit offen und die Wirtin kämpfte gegen die Gewitterboen. Ganz offensichtlich gab es draußen Schwierigkeiten, weswegen ich auch ohne zu überlegen raus ging um zu helfen.
    
    Das Drama war offensichtlich; es hatten sich Fensterladen gelöst und drohten durch den Sturm weggerissen zu werden.
    
    Ich half der Wirtin die Laden wieder zu befestigen, was sich als schwerer erwies als ich es zunächst vermutet hatte, denn der Sturm sorgte für einen ordentlichen Widerstand. Doch es gelang uns, und als wir wieder ins Innere der Pension traten, da atemten wir erstmal durch.
    
    "Danke", flüsterte meine Wirtin erschöpft. Ich nickte. "Gerne."
    
    Wir saßen auf dem Boden und mußten erstmal wieder zu Kräften kommen. "Oh verdammt", entfuhr es meiner Wirtin auf einmal. "Sie sind ja völlig durchnässt." Tatsächlich hatte ich eine Jacke nicht übergezogen, und nun merkte ich, wie nach der Erschöpfung langsam die Kälte von mir Besitz ergriff. "Raus aus den Klamotten", sagte die Wirtin streng. "Sie brauchen jetzt erst eine warme Dusche und danach was ...
    ... warmes zu trinken." Ich mußte lächeln. "Das gilt wohl für uns beide", meinte ich. "Duschen und danach treffen wir uns wieder hier."
    
    Gesagt, getan.
    
    Ich genoß die warmen Strahlen auf meinem Körper und als ich schließlich wieder, eingehüllt in einen wärmenden Bademantel, wieder im Gästeraum eintrat, da hatte sich die Atmosphäre dort grundlegend verändert.
    
    Die Wirtin hatte den Kamin angezündet und kam gerade mit zwei Bechern aus der Küche. Auch sie hatte sich einen Bademantel übergezogen. "Setzt dich", sagte sie und stellte mir einen Becher auf den Tisch. "Und sag jetzt bitte nicht, das es dich stört wenn ich Rauche. Das brauche ich jetzt." Erst jetzt fiel mir auf, dass sie mich dutzte, doch es störte mich nicht. Im Gegenteil, es passte zur Situation. "Ich danke dir", meinte ich. "Übrigens, ich heiße Mark." "Oh", sagte die Wirtin, der wohl erst jetzt ihre Anrede aufgefallen war, doch dann lächelte sie. "Monika."
    
    Was folgte waren die angenehmsten Stunden, die ich seit langem hatte. Wir unterhielten uns persönlicher als es noch vor ein paar Stunden der Fall, und nun erzählte ich Monika auch die Geschichte von Sophia und weswegen ich überhaupt hier war. "Ach du scheiße", sagte sie und hielt mir ihre Zigaretten hin. ""Sie ist einfach so gegangen, ohne ein Wort zu verlieren?" "Genau so", sagte ich. "Zuerst war es ein Schock, zumal ich sowas ähnliches schon einmal erlebt hatte, doch mittlerweile bin ich drüber hinweg. Die Berge hier haben mir echt geholfen." Ich schaute ...
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