1. Oh mein Gott was für eine Party


    Datum: 27.06.2023, Kategorien: Romane und Kurzromane,

    ... noch die Unteräsche, noch die Schuhe von gestern Abend da sind. Ok, das ist merkwürdig und vor allem, wo ist das Handy?
    
    „Verdammter Alkohol! Ich kann mich doch nicht so abgeschossen haben", denke ich im Stillen vor mich hin.
    
    Noch einmal durch die Wohnung geschaut und wenigstens finde ich das Handy im Flur unter dem Schuhschränkchen. "Gott sei Dank, nicht verloren", denke ich auf dem Weg zur Couch.
    
    Ich starte meine Musikplaylist mit einem wilden Mix von Entspannungsmusik und werfe mich auf die Couch unter die Decke.
    
    16:10 Uhr zeigt das Handy und der erste Bissen verschwindet in meinem Mund. Purer Genuss und super lecker.
    
    Einmal jetzt entspannt das Handy durchschauen, was es Neues gibt.
    
    12 Nachrichten sind eingetrudelt. Wahrscheinlich meine beste Freundin Marie mit der obligatorischen Frage, ob ich lebe.
    
    Ja, es ist Marie und 9 Nachrichten sind von ihr.
    
    „Bist du wach? Wie geht es dir? Melde dich, wenn du wach bist? Was war das für eine Party? Bist du wach? Julia, nun melde dich endlich? Julia, muss ich anrufen?"
    
    „Typisch Maria", denke ich und wähle ihre Nummer.
    
    „Bist du auch schon aufgewacht? Wo warst du gestern? Ich habe dich überall gesucht. Hast du wieder versucht bei Thomas zu landen? Du warst so was von voll!!", sprudelte es aus Maria heraus.
    
    Alles also wie immer. Sie muss alles erst einmal loswerden, bevor ein Gespräch zustande kommt.
    
    „Du, ich habe keine Zeit. Der Rene ist da und warte ich schicke dir was. Das war voll dirty und ziemlich ...
    ... schräg. Tschüss, ich melde mich später", sagt sie schnell und legt auf.
    
    Damit ist das einseitige Gespräch, ohne dass ich ein Wort sagen kann, vorbei.
    
    Ich lache über Marie meinen kleinen Wirbelwind. Aber ich bin schon etwas neidisch, dass Rene bei ihr ist.
    
    Mit Rene verbindet mich ein kleines heftiges Zusammentreffen auf einer Party der Burschenschaften.
    
    Er hat einen schönen Schwanz und kann damit auch umgehen. Aber es ist eine einmalige Sache und es ist ok so. Rene ist nicht mein Typ, obwohl ich jetzt auch gerne eine starke Schulter zum Anlehnen und Ankuscheln hier hätte.
    
    Das Handy vibriert und ich öffne Marias Chat mit der versprochenen Neuigkeit.
    
    Das Bild ist sehr dunkel. Auf dem Boden hockt eine nackte Frau. Der Rücken ist am Baum angelehnt und die Füße scheinen links und rechts am Baumstamm vorbei zu gehen. Sie trägt eine schwarze Kopfmaske und ein grobes Seil hängt am Hals. Boah, das ist schon heftig und der Rest spricht eindeutig Bände. Das Bild wurde von schräg links aufgenommen und rechts im Bildrand sind steife Schwänze zu sehen. Auf der Maske und aus dem Mund rinnt Sperma in kleinen Fäden in Richtung der Brüste. Die Brüste sind richtig eingesaut. Ich drücke das Bild weg, öffne es wieder und schaue noch einmal drauf. Es ist auf alle Fälle die Pavillonecke bei dem Burschenschaftler im Garten. Aber wann soll das gewesen sein, denn ich habe davon nichts gemerkt?
    
    Trotzdem fesselt mich das Bild irgendwie. Wie Maria gesagt hat, es ist dirty und schräg. ...
«1234...15»