-
Die Galamex-Saga - Teil 03
Datum: 14.07.2023, Kategorien: Sci-Fi & Phantasie,
... rieselte feiner Sand - das radioaktive Material. Ich kippte den Behälter auf die Seite, um weiteren Materialverlust zu verhindern. Dann sammelte ich mit einem kleinen portablen Staubsauger den Sand ein, der auf dem Boden lag. Ich füllte den aufgelesenen Sand in den Behälter zurück und versiegelte diesen behelfsmässig. Die Strahlungsanzeige begann langsam aber stetig zu sinken. Als Nächstes nahm ich mir die Antimaterie-Kammer vor. Diese war wesentlich grösser und komplexer als der strahlungsdichte Materiebehälter, da die Antimaterie nur mittels eines künstlich erzeugten Eindämmungsfeldes stabil verwahrt werden konnte. Sie hatte sich ebenfalls vom Reaktor gelöst, doch die Öffnung war glücklicherweise automatisch versiegelt worden. Zudem war auf der Seitenwand der Kammer auf einer Anzeige ersichtlich, dass das Eindämmungsfeld nach wie vor in Kraft war. Ich atmete erleichtert auf. Die Gefahr einer grösseren Katastrophe war gebannt. Im Geiste dankte ich den unbekannten Ingenieuren still, die dieses Meisterwerk menschlicher Technik erdacht hatten. Nun machte ich mich an den zweiten Teil meiner Aufgabe: Beweise sichern. Eine solche Explosion ereignete sich nie 'einfach so'. Die Gründe die dazu geführt hatten, mussten in den Trümmern zu finden sein. Jeder Antimaterie-Reaktor war mit einem autarken Computer verbunden, der dessen Funktionen überwachte und protokollierte. Es bestand zwar die Möglichkeit, dass dieser durch die Explosion unwiederbringlich beschädigt worden war, ...
... aber die Teile waren fast so robust gebaut wie die Reaktorkammer selbst - genau für solche Fälle: Wenn es tatsächlich zu Fehlfunktionen kam, dann wollte die Flotte im Nachhinein erfahren, was dazu geführt hatte, um künftige Reaktoren noch sicherer zu machen. Ich fand dann auch tatsächlich den Computer einige Meter entfernt. Als ich versuchte, die sich darauf befindlichen Daten abzurufen, stellte ich fest, dass das Gerät tot war. Mir lief es eiskalt den Rücken hinunter. Der Computer wies keine äusserlichen Schäden auf. Das konnte nur bedeuten, dass dessen Software gelöscht wurde. Das war kein Unfall, sondern Sabotage! Ich fluchte innerlich und verdrängte eine sich anbahnende Panikattacke. Jetzt die Nerven zu verlieren, konnte ich mir nicht leisten. Ich atmete tief durch und liess mir die Spezifikationen dieses Shuttle-Modells durch den Kopf gehen. Dies hier war kein Standard-Shuttle der Flotte, sondern ein neueres, teureres Modell. So verfügte es beispielsweise auch im Passagierbereich über Fenster. Was aber viel wichtiger war: Bei diesem Modell wurde jeder Bereich des Shuttles videoüberwacht. Ich machte mich sogleich auf die Suche nach irgendetwas, dass nach einer Kamera aussah. Bei einem abgebrochenen Teil der Decke des Antriebraumes wurde ich fündig. Die Linse der Kamera war zwar gesprungen, aber es handelte sich dabei um ein hochmodernes Modell mit einem eigenen Aufzeichnungsspeicher. Dieser war noch intakt. Bei meiner Ankunft im Wartezimmer der Notaufnahme des ...