1. Die Galamex-Saga - Teil 03


    Datum: 14.07.2023, Kategorien: Sci-Fi & Phantasie,

    ... nicht gemerkt hatte, weil es mein Alltag war. Es war schon eigenartig, wie einige Tage Abstand die Perspektive verändern konnten.
    
    Als ich mein Quartier betrat, wollte Larissa gerade aufbrechen. Sie begrüsste mich mit einer begeisterten Umarmung.
    
    "Süsse! Du bist schon zurück? Wie war es? Hatte Albert recht? Hübsche Häuschen auf grünen Hügeln? Zwischen dir und deinem Kerl alles klar? Erzähl schon! Nein, warte! Ich muss gleich los! Du erzählst mir nachher alles, ja?" Sie beendete ihren Redeschwall und eilte davon, ohne mich zu Wort kommen zu lassen. Auch sie wirkte gestresst - gestresster als an dem Tag, an dem ich auf den Planeten geflogen war.
    
    Ich warf meine Tasche auf mein Bett und lief zum Bullauge des Zimmers. Unser Quartier befand sich am äusseren Rand der Ringsektion, wodurch sich mir immer wieder herrliche Anblicke darboten: Der helle Streifen der Milchstrasse, die beiden glänzenden Monde, Schiffe die sich der Station näherten oder diese verliessen und natürlich der Planet selbst, der just in diesem Moment ins Sichtfeld kam. Bisher hatte mich der Anblick von Galamex 2 immer deprimiert, doch jetzt erfüllte er mich mit Hoffnung. Ich fand den silbergrünen Punkt, den mir Albert vor einigen Tagen gezeigt hatte. Vielleicht redete ich mir das nur ein, aber er wirkte tatsächlich grösser als beim letzten Mal. Die Mittagssonne schien darauf, was bedeutete, dass Cygnus gleich irgendwo dort zu Mittag essen würde. Eine Welle der Sehnsucht überkam mich. Es war noch keine ...
    ... zwei Stunden her, seit ich ihn zuletzt gesehen, ihn zuletzt berührt hatte. Doch es war ein bittersüsser Schmerz in meiner Brust, als ob ich die physische Distanz zwischen uns spüren könnte.
    
    Ein kleiner Teil von mir hatte immer noch Mühe damit, mit dieser fordernden Verliebtheit, diesem Gefühl, dass nichts in der Galaxis wichtiger war als diese Liebe. Die 'unabhängige Ornella' sträubte sich immer noch dagegen, doch sie wurde von Tag zu Tag schwächer, schweigsamer. Denn ich hatte meine Unabhängigkeit nicht verloren. Cygnus räumte mir diese bedingungslos ein. Ich hatte meine Unabhängigkeit ... ergänzt. Mit Liebe.
    
    Ich kehrte zu meinem Bett zurück und stellte fest, dass sich die Tasche beim Hinwerfen geöffnet hatte. Eine geschmackvolle hölzerne Schatulle, in der die Worte 'Aphrodite und Eros' eingraviert waren, starrte mich einladend an. Cygnus' Geschenk! Ich nahm den kunstvollen Behälter aus der Tasche und öffnete ihn.
    
    Ein grüner Dildo lag darin. Nicht irgendein beliebiges Grün, sondern das Grün von Cygnus' Augen. Nicht irgendeine beliebige Nachbildung eines männlichen Phallus, sondern eine exakte Kopie von Cygnus' erigiertem Penis. Ich griff nach meinem ComPad und rief ihn an.
    
    "Hey", erklang es von der anderen Seite.
    
    "Das ist kein kleines Geschenk, das ist ein Grosses!"
    
    "Sooo gross nun auch wieder nicht", widersprach die Stimme am anderen Ende glucksend.
    
    "Die perfekte Grösse."
    
    "Gefällt es dir?"
    
    "Cygnus ... ", seufzte ich. "Ja! Natürlich gefällt es mir! ...