1. Puppenliebe


    Datum: 30.07.2023, Kategorien: Sonstige,

    ... wie die Teile geschnitten werden mussten, um dreidimensional zusammenzupassen.
    
    Keine leichte Aufgabe, wenn man es nie zuvor gemacht hatte. Bei Frau Kringel hatte es einfach ausgesehen. Bei mir misslang es vollkommen. Irgendwie wurde nichts draus, und wenn ich mit einem Stück fertig war und es ansah, kamen mir Zweifel. Entweder war es zu groß, zu klein oder sah nach allem aus, nur nicht nach dem, was ich machen wollte.
    
    "Weißt du wie das geht?", war meine hilflose Frage an Prinzess, die mich stumm und mit großen Augen ansah.
    
    "Ich glaube, ich muss mir Hilfe und Rat holen. Du sollst schließlich gut aussehen, nicht, als wenn man dich in Sack und Asche gekleidet hätte!", erklärte ich ihr und mir wurde bewusst, dass es bereits spät geworden war und ich nicht eine Zeile geschrieben hatte. Damit anzufangen, dafür war keine Zeit mehr. Ich schimpfte mit mir selber, nahm mir vor, am nächsten morgen früh aufzustehen und sofort mit der Arbeit zu beginnen.
    
    "So schöne Frau, es ist Zeit ins Bett zu gehen, damit ich morgen früh munter und ausgeruht bin!", erklärte ich ihr, stand auf und nahm sie wie selbstverständlich mit. Im Schlafzimmer angekommen, zog ich sie vorsichtig aus und legte sie unter die Decke. Danach kam ich dran und als bekennender Nacktschläfer entledigte ich mich meiner ganzen Bekleidung. Dabei unterlief mir ein Fehler.
    
    Normalerweise setzte ich mich auf das Bett, um meine Socken auszuziehen, doch dieses Mal machte ich es im Stehen. Natürlich verhedderte ich ...
    ... mich und hüpfte herum, während ich nach meinem Gleichgewicht suchte. Endlich schaffte ich es, ohne loszulassen, und richtete mich siegreich auf.
    
    "Da brauchst du gar nicht so zu grinsen. Sei froh, dass du diese Probleme nicht hast!", sagte ich zu ihr, als ich ihr schmales Lächeln sah.
    
    Sofort schlüpfte ich unter meine Decke, machte wie gewohnt den Fernseher an und meine Nachttischlampe aus. Mehrfach sah ich zu Prinzess herüber, die sich im flackernden Licht des Fernsehers zu bewegen schien. Eine optische Täuschung, nicht mehr.
    
    Trotz meiner Müdigkeit konnte ich nicht einschlafen, dafür gähnte ich geschätzt jede Minute. Irgendwann schaltete ich den Fernseher ab, lang in der Dunkelheit und starrte an die Decke, die ich kaum wahrnehmen konnte.
    
    "Kannst du auch nicht schlafen?", fragte ich in die Schwärze und mein Gehirn gab mir selbstständig die Antwort, ohne dass ich drüber nachdenken musste.
    
    "Nein!", hallte es durch meine Gedanken und ich atmete tief durch.
    
    "Das ist schlecht. Ich habe morgen genug zu tun, und wenn ich nicht bald Ruhe bekomme, wird nichts draus. Was soll ich machen?"
    
    "Bürste mir die Haare!", kam mir wie selbstverständlich in den Sinn.
    
    Mit einer Hand tastete ich nach dem Lichtschalter meiner Lampe und knipste sie an.
    
    Verwirrt sah ich zu Prinzess herüber, die unverändert mit dem Kopf auf dem Kissen lag. Eine absurde Idee, die mir in den Sinn gekommen war, trotzdem hatte sie was für sich. Vielleicht war es mir eingefallen, weil die monotone ...
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