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Puppenliebe
Datum: 30.07.2023, Kategorien: Sonstige,
... sie richtig hin und wollte gerade gehen. Ohne mich von Prinzess zu verabschieden, ging es nicht. Mit ein paar Schritten stand ich vor ihr, beugte mich herunter und gab ihr einen sanften Kuss auf die Stirn. "Bis gleich!", sagte ich zu ihr, strich ihr sanft über den Kopf und ging mit keinem guten Gefühl im Bauch. Es machte sich in mir breit, als ich die Tür hinter mir geschlossen hatte. Es war, als wenn ich was vergessen hätte, und drängte mich dazu, zurückzugehen. Ich schüttelte meinen Kopf, als wenn ich es damit loswerden wollte, und ging mit schnellen Schritten meinem Ziel entgegen. Eine halbe Stunde später stand ich im Geschäft für Stoff und Schneiderbedarf und sah mich nach der netten Verkäuferin um, die ich kannte. Sie hatte gerade eine Kundin und ich wartete im Hintergrund, lehnte das freundliche Angebot der Hilfe einer anderen Kollegin ab. Nach zehn Minuten war die nette, junge Frau frei und ich ging zu ihr. "Guten Morgen!", meinte ich freundlich und sie sah auf, hatte zuvor etwas aufgeschrieben, vielleicht eine Bestellung der Dame vor mir. "Oh, hallo. Mit ihnen hätte ich nicht so schnell gerechnet. Brauchen sie noch mehr oder wollen sie einen eigenen Laden aufmachen?", fragte sie mich mit einem freundlichen Lächeln im Gesicht. "Nein, kein Bedarf, ich habe alles, sogar mehr als nötig. Ich bin hier, weil ich ihre Hilfe brauche. Ich schaffe es einfach nicht, ein bestimmtes Schnittmuster hinzubekommen. Vielleicht haben sie eine Idee?" "Was wollen sie ...
... denn anfertigen?", kam als Gegenfrage und ich zog ein wenig verschämt die gedruckte Seite hervor und zeigte ihr, was ich machen wollte. Sie stellte sich neben mich, sah mich von dort aus einen Moment durchdringend an, als sie erkannte, worum es sich handelte. "Das wollen sie machen?", fragte sie erstaunt und ich bestätigte es mit einem Kopfnicken. "Ja, genau das!" "Gewagtes Modell. In welcher Größe wollen sie es schneidern?" "Etwa so groß!", zeigte ich an und die Verkäuferin trat einen Schritt beiseite. "Entschuldigen sie, ich möchte ihnen nicht zu nah treten, aber das ist nicht normal oder?" Genau diese Reaktion hatte ich erwartet und schüttelte meinen Kopf. "Nein, alles gut. Es ist für eine Puppe, ich möchte sie neu ankleiden und habe mir gedacht, dass wirklich alles perfekt sein sollte. Dazu gehört nun einmal Unterwäsche, auch wenn man sie nicht sieht. Viele Puppen haben was drunter, obwohl es keinen Sinn macht!" Der Blick der Verkäuferin wurde weicher, trotzdem blieb ein Rest von Misstrauen zurück. "Haben sie vorher ein Schnittmuster gemacht?", fragte sie nach und ich zog es aus meiner Tasche. Die Verkäuferin sah es sich an und lächelte mich an. "Typischer Anfängerfehler, den macht jeder!", meinte sie nach einem schnellen Blick. "Sie müssen es so machen!", fuhr sie fort und änderte meine Zeichnung mit wenigen Strichen. "Jetzt wird es besser passen. Versuchen sie es. Das Oberteil würde ich vollkommen anders machen, nicht wie auf dem Foto. ...