1. Puppenliebe


    Datum: 30.07.2023, Kategorien: Sonstige,

    ... du kannst mit mir machen, was du willst. Besser geht es nicht oder?"
    
    "Nein, eigentlich geht es nicht besser!", gab ich nach kurzem Überlegen zu.
    
    "Das ist schön!", hörte ich von Prinzess und auf meinem Gesicht erschien ein leichtes Lächeln.
    
    "So, dann wollen wir mal schlafen. Ich bin müde, muss morgen mit meinem Roman weitermachen!" "Dann schlaf gut!", wünschte mir Prinzess und ich löschte das Licht, schloss die Augen und schlief tief ein.
    
    Mitten in der Nacht wachte ich auf, schüttelte verwirrt meinen Kopf und sah Prinzess neben mir liegen. In der Dunkelheit, erhellt vom Mondlicht, wirkte sie bleicher als sonst.
    
    Mir war nicht mehr nach Schlafen, im Gegenteil, ich war wach wie selten, als wenn ich vor Minuten einen Liter Kaffee getrunken hätte. Machte ich meine Augen zu, konnte ich die Traumbilder vor mir sehen, als wenn ich sie gerade erlebt hätte.
    
    Wo ich mich befand, konnte ich nicht sagen, irgendwo im Nichts. Um mich herum war es weiß, keine ander Farbe war zu erkennen, sofern man es als eine solche bezeichnen will. Das Einzige, was diese Monotonie unterbrach, war ich selber. Ich stand, worauf, konnte ich nicht sehen, war nackt. Es war nicht warm, nicht kalt. Irgendwie hatte ich den Eindruck, keine Temperatur fühlen zu können.
    
    Vorsichtig machte ich einen Schritt, konnte dabei nicht erkennen, ob ich mich vorwärts bewegte oder nicht. Alles um mich herum blieb gleich.
    
    Also sah ich mich um, suchte mit meinen Augen nach einem Anhaltspunkt, konnte keinen ...
    ... erkennen. An Ort und Stelle zu bleiben machte keinen Sinn, also setzte ich meine Füße automatisch voreinander, ging ziellos in eine Richtung.
    
    Gefühlt eine halbe Stunde war ich unterwegs, als ich mich fragte, ob ich es lassen sollte. Nichts hatte sich um mich verändert, alles sah gleich aus. Ich setzte mir selber ein Ultimatum. Zehn Minuten wollte ich weiterlaufen, danach einfach stehen bleiben und warten, sollte sich nichts ergeben. Zehn Minuten waren lang, wenn nichts geschah und ich war mir nach dieser Zeit nicht sicher, ob sie wirklich vergangen waren. Ich legte die Hälfte nach, um die Zeit bestimmt einzuhalten.
    
    Ich wollte gerade aufgeben, als ich am Horizont mehrere dunkle Punkte erkannte. Sie waren klein und kaum wahrnehmbar, doch in dieser weißen, monotonen Umgebung, stachen sie stark hervor. Neugierig ging ich darauf zu, und wunderte mich, dass sie mir schnell entgegen kamen. Es war nur ein Eindruck, der schnell verschwand, als ich erkannte, dass es sich um wenige kleine Punkte handelte. Erstaunt trat ich näher, und wusste zuerst nicht, was ich davon halten sollte.
    
    Die Punkte waren die Wimpern von Prinzess gewesen. Sie lag auf einer Art Liege, ohne Lehne und Armstützen, viel unter Prinzess nicht auf, war ebenfalls in demselben Weiß gehalten wie der Rest. Mehr als den Kopf von Prinzess sah ich nicht, der restliche Körper steckte unter einer weißen, undurchsichtigen Decke. Trotzdem konnte ich erkennen, dass dieser anders war als ich ihn kannte. Er war größer, hatte ...
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