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Puppenliebe
Datum: 30.07.2023, Kategorien: Sonstige,
... aufnahm und sofort zurückstrahlte. Mit langsamem Schritt ging ich hinter Frau Kringel her, und wir kamen in einem Hinterzimmer an, der sich, als eine alte Werkstatt herausstellte, also war der Vorraum der Verkaufsraum eines Ladens gewesen. In der Werkstatt stand ein großer Tisch, davor zwei Stühle. Daran montiert war eine große Lupe, darüber eine Lampe mit Neonröhre, die helles Licht abstrahlte, als Frau Kringel sie anschaltete. Mehrer hohe Schränke standen an den Wänden, in denen es Hunderte von kleinen Schubladen zu geben schien. An jede war ein keines Fach angebracht, in dem ein Zettelchen steckte, auf dem wahrscheinlich stand, was sich in der Schublade befand. Aus der Entfernung konnte ich es nicht erkennen. Ich legte Prinzess vorsichtig auf den Tisch, setzte mich daran und übersah die geschätzten tausend Dinge, die sich darauf befanden. Pinsel, Kleber, Scheren und Stoff, dazwischen Ersatzteile für Körper. Augen sahen mich aus einem Glas an, Arme und Beine lagen auf einem kleinen Haufen. Trotz des Wirrwarrs hatte ich den Eindruck, als wenn es eine geordnete Unordnung war. "Womit wollen wir anfangen?", frage ich tatendurstig Frau Kringel, die sich neben mich setzte und zu überlegen schien. "Wir sollten Prinzess einen neuen Arm geben, es sieht ohne nicht gut aus. Können sie einmal schauen, ob sie einen möglichst gleichen finden, wie ihr anderer. Bitte einen Linken!" Ich sah mich auf dem Tisch um, verglich sie mit dem vorhandenen, doch keiner hatte ...
... dieselbe Proportion. Entweder waren sie zu klein, zu groß oder hatten die falsche Farbe. "Nichts dabei!", erklärte ich und Frau Kringel zeigte auf eine Kiste, die in einer Ecke stand. "Schauen sie doch bitte dort drin nach. Es wird sich sicher was Passendes finden!" Ich stand auf, sah in die offene Kiste und entdeckte ein Sammelsurium von Armen in jeder Form und Größe, wobei die obersten mit einer leichten Schicht Staub bedeckt waren. Hier hatte lange keiner mehr gesucht. Es hielt mich nicht davon ab, in der Kiste zu wühlen, in der wahrscheinlich seit Jahrzehnten die Arme gelagert wurden, die bei nicht rettbaren Fällen anfielen. Ich zog einige heraus, die passen könnten und kam mit meiner Ausbeute zurück. Hier verglich ich sie mit dem Vorhandenen und fand zwei, die passen würden. Der eine war dunkler, der andere hatte eine ähnliche Farbe, dafür sahen die Finger anders aus. "Hmmmm, könnte passen!", sinnierte ich und hielt sie an den Stumpf der Puppe, an den er gehörte. "Welchen würden sie nehmen?" "Fragen sie sich, welcher Prinzess am besten gefallen würde. Ihre Meinung ist nicht gefragt, versuchen sie sich in die Puppe zu versetzten, um zu entscheiden!", erklärte Frau Kringel und ich atmete leise und tief durch. Sie war eine seltsame Frau, das ließ sich nicht verleugnen. "Wenn dieser heller wäre, würde er besser zu ihr passen als der andere!", erläuterte ich mein Ergebnis und nickte zustimmend mit dem Kopf. "Gut, dann machen wir ihn heller. Zuerst müsste er ...