1. Puppenliebe


    Datum: 30.07.2023, Kategorien: Sonstige,

    ... die du uns bereitet hast, und ist neidisch auf uns. Besonders seitdem du sie gewaschen hast. Ihr hat es sehr gut gefallen, als du sie kurz gestreichelt hast!"
    
    Mein Blick wanderte zurück zu den Beiden, die unbekleidet auf dem Handtuch lagen und gegen die Decke starrten.
    
    "Bist du denn gar nicht eifersüchtig auf die beiden?", fragte ich nach, und sah Prinzess an. "Warum sollte ich. Sie sind keine Konkurrenz für mich, sind zu klein, um was mit ihnen anfangen zu können. Außerdem kennen wir Puppen keine Eifersucht in dem Sinne!"
    
    Damit hatte Prinzess im Prinzip recht. Es war der Gedanke an sie, der einen animierte, auch wenn ihre Körperformen keinem wirklichen Frauenkörper entsprachen. Sie waren viel zu dünn, die Arme und Beine zu lang. Selbst der Hals erschien mir dünn und gestreckt, die Augen unnatürlich groß. In Lebendgröße musste es seltsam aussehen. Trotzdem hatten sie was an sich, was meinen Blick abstreifen ließ.
    
    Die Bekleidung war inzwischen getrocknet und ich nahm beide nacheinander in die Hand, zog sie umsichtig an, damit ihre Klamotten nicht einrissen.
    
    Sie sahen hübsch aus, selbst nach den vielen Jahren, die sich hinter sich hatten. Ihr Lächeln, das freundliche Gesicht, die strahlenden Augen, gaben ihnen ein tolles Aussehen.
    
    "Was meinst du, wo soll ich sie hinsetzen?", fragte ich Prinzess.
    
    "Mit auf das Regal, damit sie freie Sicht auf uns haben. Sie haben gesagt, dass sie es sich gerne einmal ansehen würden, besonders wenn du nackt bist!"
    
    "Das ...
    ... haben sie gesagt?", hakte ich nach und Prinzess bestätigte es mir.
    
    "Ja, haben sie. Allerdings setzte sie weit genug von Richard weg. Er ist ein ungehobelter Klotz und die Beiden nicht darauf vorbereitet, seine Sprüche hören zu müssen!"
    
    Ich nahm Grace und Scarlett, brachte sie ins Schlafzimmer, setzte sie wie von Prinzess angegeben auf das Regal und ging zurück in Wohnzimmer. Hier setzte ich mich an den Schreibtisch und arbeitete, solange es ging. Irgendwann brannten mir die Augen und ich schaltete den Computer aus. Danach drehte ich mich zu Prinzess um und wunderte mich, dass sie die ganze Zeit geschwiegen hatte.
    
    "Was ist mit dir los? Keine Kommentare?", fragte ich sie.
    
    "Ich möchte dich nicht immer stören, wenn du arbeitest. Aber weißt du was. Wenn es dir nicht zu viel ausmacht, könntest du mir ja vielleicht ein Kleid machen, ein längeres, mit dem ich ausgehen könnte!"
    
    Ich runzelte meine Stirn, sah sie verwundert an.
    
    "Ausgehen? Wohin und mit wem?", fragte ich neugierig nach.
    
    "Es spielt doch keine Rolle, ob ich es machen werde, sondern die Vorstellung, dass es sein könnte.
    
    Das Ganze nennt man Fantasie, vergessen? Gerade du als Autor solltest eine Menge davon haben!"
    
    "Für gute, historische Romane braucht man weniger Fantasie, mehr Recherche, die man in eine Rahmenhandlung einbaut. Fakten sind das Wichtigste!"
    
    "Wie langweilig. Ich stellte mir gerade vor, du würdest was anderes schreiben. Vielleicht was Erotisches? Das würde mir gefallen, ja!", meinte ...
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