1. Puppenliebe


    Datum: 30.07.2023, Kategorien: Sonstige,

    ... nachvollziehen konnte. Politik war für mich ein Buch mit sieben Siegeln. Hinter allem standen wirtschaftliche Interessen, genau gesagt, Geld, nichts anderes. Die Politik richtete sich danach, nicht nach des Volkes Willen, wie sie es gerne sagten. Demokratie funktionierte nie, es gab immer diejenigen, die nicht zu der Mehrheit gehörten, sich daher ausgeschlossen fühlten. Ob es eine bessere Regierungsform gab, konnte ich nicht sagen. Wichtig war nur, dass das Volk sich damit identifizieren konnte. Hierbei spielte es keine Rolle, ob oben ein gewähltes Parlament saß, ein König oder sonst ein führendes Organ. Solange es allen gut ging, war das egal. Die hochgelobte Demokratie war eine Spielform unter vielen, nicht die selig machende oder bessere.
    
    Der Sportteil war mir egal, ich interessierte mich nicht für Menschen, die hinter Bällen herliefen oder sie über Netze schlugen. Dafür Gelder bekamen, die in keinem Verhältnis mehr dazu standen, was sie leisteten. Wobei man auf die Frage kommen kann, wie viel ein Mensch wert war. Ich wusste es nicht, konnte es nicht beziffern. Wobei es nicht darum ging, war er als Wesen wert war, sondern seine Tätigkeit. Millionen konnte keine Arbeitsleistung kosten, weder im Sport noch in der Wirtschaft. Aber darüber musste ich mir keine Gedanken machen, ich war nicht unter diesen Menschen, konnte nicht mitreden. Schade eigentlich.
    
    Hatte ich die Zeitung ausgelesen, fragte ich mich oft, ob ich eine Weitere lesen sollte. Im Prinzip war es jedes ...
    ... Mal dasselbe. Mord und Totschlag waren an erster Stelle, am liebsten garniert mit ein wenig Sex. Das verkaufte sich gut. Vielleicht bezog ich sie, um mich davon überrasche zu lassen, wenn es anders sein sollte. Egal, es brachte mich kurzweilig auf andere Gedanken und ich ging erfrischt an meinen Schreibtisch, fand die Ruhe ein paar Zeilen zu schreiben. Es ging flüssig von der Hand, hörte sich nicht schlecht an, hatte sogar ein wenig Witz. In historischen Romanen seltener anzutreffen. Gegen frühen Nachmittag machte ich Feierabend, klappte meinen Laptop zu, nachdem ich meine Fortschritte auf einem externen Stick gesichert hatte. Der Verlust von tagelangem Schreiben wäre eine Katastrophe gewesen. Nicht, weil ich es hätte, ein weiters Mal Schreiben müssen, sondern dasselbe. Nichts widerte mich mehr an, als meine Gedanken erneut zu formulieren, dieselben Ideen noch einmal zu beschreiben.
    
    Danach stand ich auf, hatte es nicht für nötig befunden, mich anzuziehen, reckte mich genüsslich und ging ins Bad, nahm eine ausgiebige Dusche. Ich liebte es, in meinen eigenen vier Wänden nackt herumzulaufen. Es sah niemand anderes. Besonders im Winter, wenn es draußen knacke kalt war, machte ich mir meinen Kaminofen an und setzte mich gerne davor. Die Strahlungswärme direkt auf der Haut zu spüren, war ein Genuss, dem ich gerne frönte. Dazu ein guter Drink, anheimelnde Musik im Hintergrund und ich konnte stundenlang ins Feuer schauen. Bis auf einmal.
    
    Ich hatte gut abgelagertes Nadelholz ins ...
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