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Puppenliebe
Datum: 30.07.2023, Kategorien: Sonstige,
... freundlich aus. "Wollt ihr mit in meine Welt kommen?", fragte ich, worauf Grace angespielt hatte und sie bestätigte es mir. "Geht doch, ich habe schon gedacht, du kommst nie mehr drauf. Klar komme ich mit. Hier immer nur auf dem Brett sitzen und euch zuschauen ist auch kein tagesfüllendes Programm!" Danach wendete ich mich Scarlett zu, deren Stimme ich nicht gehört hatte. "Was ist mit dir?", fragte ich freundlich, bekam keine Antwort. "Habe ich ihr was getan oder will Scarlett nicht?", fragte ich erstaunt. "Klar will sie, du musst sie nur aufwecken. Ist immer dasselbe mit ihr. Sie pennt, wenn es darauf ankommt. Schüttel sie einfach ein wenig, dann wird sie munter!" Ich nahm sie in die Hand, hob sie hoch und tat, was mir Grace empfohlen hatte. "Hmmm, scheint nicht zu funktionieren!", gab ich an und wollte sie gerade zurückstellen, als mir ihre weiche Stimme in den Sinn kam. "Was ist los?", hörte ich sie flüstern. "Jan kann jetzt mit uns sprechen und hat dich gerade gefragt, ob du mit in seine Welt möchtest!" Scarletts Stimme änderte sich von einem Moment auf den anderen. Sie jauchzte auf. "Natürlich, liebend gerne. Ich freue mich drauf, dich dort zu sehen!", rief sie mir fröhlich entgegen und ich setzte sie zurück auf das Regalbrett. Ich lächelte beide an, drehte mich um und schlüpfte zurück unter meine Decke. Schwesterchen hatte recht gehabt. Es war viel zu früh zum Aufstehen. Kaum lag ich, hörte ich ein Wispern vom Regal her in meine Ohren ...
... dringen. Anscheinend unterhielten sich Scarlett und Grace miteinander. Wahrscheinlich dachten sie nicht daran, dass ich sie jetzt hören konnte. "Bitte meine Damen. Ich möchte noch ein wenig schlafen!", beschwerte ich mich bei ihnen und sie wurde sofort leise, flüsterten höchstens, als sie bemerkten, dass ich sie gemeint hatte. Einschlafen konnte ich nicht mehr. Zu viele Gedanken kreisten mir durch den Kopf. Alleine die Möglichkeiten, die mir zu Füßen lagen, waren enorm groß. Sie zu überblicken, war nicht möglich.   Kapitel 12 Leider musste ich arbeiten. Ich hätte mich am liebsten in ein neues Abenteuer gestürzt, doch das liebe Geld musste auf mein Konto. Daher stand ich wenig später auf, tappte in die Küche und genehmige mir einen großen Kaffee, dazu leicht gebutterten Toast mit Erdbeermarmelade. Nebenbei las ich Zeitung, ging zwischendurch zum Schlafzimmer zurück und schloss die Tür. Das Stimmgewirr der drei Puppen ging mir auf die Nerven. Kaum war ich aus dem Raum gegangen, hatte es angefangen. Sie laberten über alles, und viele Themen, die mir nichts sagten oder wovon ich nichts wissen wollte. Wenn ich mir vorstellte, dass sie es schon vorher getan hatten, ich es nicht hören konnte, fragte ich mich, ob es eine gute Entscheidung gewesen war. Endlich fand ich die Ruhe, die ich morgens benötigte, genoss es langsam wach zu werden und die aktuellen Artikel in der Zeitung zu lesen. Es gab Neues in der Welt und war unterhaltend, auch wenn ich vieles nicht ...