1. Das Refugium Teil 2 - Kapitel 11


    Datum: 19.08.2023, Kategorien: Erotische Verbindungen,

    ... Umständen? Und dann, wie soll es weiter gehen? Dass er auch Hans akzeptiert, ist eher unwahrscheinlich. Und wenn das Refugium wirklich angegriffen wird, möchte ich ungern im Inneren eingeschlossen sein, während es beschossen wird."
    
    "Wir könnten gehen," sagten Walter und Eva fast gleichzeitig.
    
    "Unsinn," widersprach Marianne, "ausgerechnet der Arzt und die Hilfs-Krankenschwester. Ihr werdet hier gebraucht, um Lisa möglichst schnell wieder auf die Beine zu bekommen."
    
    "Ich alleine? Soll ich gehen?" Hans wollte nicht kneifen.
    
    "Blödsinn. Du bist ein exzellenter Techniker und ein guter Kletterer, aber kein ausgebildeter Scout. Nur so einer könnte es schaffen, auf einer schmalen Bergstraße an zweihundert Soldaten und ebenso vielen Maraudern vorbeizuschleichen. Dein Kind soll einen Vater haben, oder? Lassen wir uns etwas Besseres einfallen, als Kopf und Kragen zu riskieren."
    
    "Wir könnten einen Ballon steigen lassen," schlug Hans nach einer nachdenklichen Weile vor. "Unten dran hängen wir das Funkgerät aus dem Copter, und eine der Akkuzellen als Stromversorgung. Ich habe mir die zerquetschten Antriebseinheiten des Copters angeschaut. Da ist so eine Art Elektromagnet drinnen. Auf jedem sind hunderte Meter hauchfeiner und dennoch hochfester Draht aufgewickelt. Damit können wir einen Fesselballon bauen. Den schicken wir hoch bis über den Bergkamm, drehen ihn in die richtige Richtung, und senden dann Lisas Bericht an die Station."
    
    "Wo willst Du einen Ballon ...
    ... herbekommen?", fragte Marianne.
    
    "Wir bauen einen. Lisas Fallschirm liegt ein Stück weit unten im Tal. Wir könnten ihn bergen, und aus der Hülle sowas wie eine übergroße Tiang Deng basteln."
    
    Hans erntete nur fragende Blicke.
    
    "Eine chinesische Skylaterne. Fliegt mit Heißluft. Wie eine Montgolfiere halt."
    
    Wieder gab es nur ratlose Gesichter.
    
    "Das sind große Fluggeräte, die Vorfahren unserer Heißluftballone. Man macht bei ihnen als Antrieb einfach nur ein Feuer unter dem Hinteren an, die werden dann von der Heißluft nach oben getragen. Wenn wir es klug anstellen, könnten wir einen Ballon bauen der stark genug ist, um den Sender aus dem Copter zu tragen, und der hoch genug fliegen kann, um eine Nachricht abzusetzen. Über einen oder zwei Drähte können wir ihn vom Boden kontrollieren."
    
    "Wo nimmst Du das Feuer her? Wir haben kein Propangas oder sowas." Walter war noch nicht ganz überzeugt.
    
    "Im Copter sind noch jede Menge Lithium-Zellen. Die brennen zusammen mit Luft wie Zunder, die kommen locker auf eintausend Grad und mehr. Wir packen einige davon in ein Metallgehäuse mit ein paar Luftlöchern, damit der Abbrand geregelt verläuft. Die heißen Gase lassen wir oben raus durch ein Stück Rohr, und leiten sie von unten in die Ballonhülle. Die wird dann von der heißen Luft nach oben getragen. Das sollte klappen."
    
    "Lasst uns das machen", stimmte Marianne im vollsten Vertrauen auf Hans technisches Genie zu, "und sofort anfangen. Je schneller wir das Refugium warnen können, desto ...
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