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Blackout
Datum: 30.09.2023, Kategorien: Sonstige,
... schwach, dass er alles nochmal neu auflegen musste. Ärgerlich, so ein Feuer darf eigentlich niemals erlöschen. Aber schon nach kurzer Zeit brannte es wieder und die Wärme kehrte in den Raum zurück. Erschöpft von diesem unverhofften Besuch trank er sein Glas Wein vom Mittag auf ex und ließ sich in den Sessel fallen. Er schloss die Augen und dämmerte wieder weg. Seine Gedanken kreisten um diese merkwürdige Situation, bei der er noch nicht wusste, wohin ihn die Reise führen würde. Mitten in der Nacht wachte er auf. Der Ofen war erloschen. Nur durch die Ritzen der Plissees drang ein wenig Mondlicht und verwandelte den Raum in ein Muster aus dünnen leuchtenden Linien. Ein Lichtstrahl schien genau auf das Gesicht der Frau. Vorsichtig glitt er aus seinem Sessel und kroch zum Sofa hinüber, um es sich genauer anzuschauen. Sie mochte vielleicht Mitte zwanzig sein, hatte eine kleine markante Nase und relativ hervorstehende Wangenknochen. Ihre blonden Augenbrauen leuchteten silbrig im Mondschein und ihre Haut war so makellos glatt und weiß, wie Porzellan. Er kannte weiß Gott viele Frauen, aber so etwas schönes hatte er noch nicht gesehen. Nach einer Weile entfernte er sich wieder und holte aus dem Schlafzimmer eine weitere Wolldecke und legte sie über sie. Er selbst war nahm sich das schwere Winterbett und kuschelte sich damit in seinen Sessel. Den Blick auf die Frau gerichtet schlief er irgendwann wieder ein. Ein Geräusch ließ ihn hochschrecken. "Mein Kopf", wimmerte ...
... die Frau leise, "Durst". Die Aufforderung war unmissverständlich. Er schnellte hoch und holte aus dem Medizinschrank Schmerzmittel, löste diese in einem kleinen Glas Wasser auf und flöste es ihr langsam ein. Erst nur die Lippen befeuchtend, dann kleine Schlucke, bis das Glas schließlich leer war. "Danke", flüsterte sie nur und schlief sofort wieder ein. Als er sie so betrachtete, sah er, wie verrenkt sie auf der Couch lag. So ging das nicht, das sah schon vom Weiten nicht entspannt aus. Er selbst konnte auch nicht noch eine Nacht auf dem Sessel schlafen, dann ging er kaputt. So beschloss er, dass Doppelbett aus dem Schlafzimmer ins Wohnzimmer zu räumen. Dann konnten sie beide wenigstens vernünftig schlafen. Das schwierigste war, nicht so viel Lärm zu machen und es zog sich über zwei Stunden hin, bis er alles so arrangiert hatte, dass es gut passte. Er hatte das Bett am Fenster platziert und den Sessel ins Schlafzimmer gezerrt. Die Couch hatte er weiter rumgerückt. Nun konnten Bett und Couch ungehindert die Wärmestrahlung des Ofens empfangen. Jetzt musste er nur noch die Frau ins Bett bekommen. Er kniete sich wieder vor sie und sprach sie vorsichtig an. "Hey", sagte er und strich ihr sanft über die Wange. "Nicht erschrecken, ich lege dich nur ins Bett, damit du bequemer liegen kannst". Sie öffnete langsam die Augen und sah ihn müde an. "Ich, ... ich muss pinkeln", sagte sie leise. "Ok, kannst du aufstehen?" "Du musst mich stützen." Er half ihr sich langsam ...