-
Total Untervögelt - der Wolkenbruch
Datum: 08.11.2023, Kategorien: 1 auf 1,
... und das reichte auch für den sonst üblichen Regen. Bei diesem Unwetter wie dem momentanen hätte ich mit dem Rad wohl Unterschlupf unter einer Brücke gesucht, sagte ich mir: Bäume waren ja klarerweise zu meiden, wenn der Himmel seine Schleusen öffnete und dies auch noch mit Blitzen begleitete. Während ich die beiden Möglichkeiten abwog, läutete es derart kräftig an der Türe, dass ich kurz zusammen zuckte. Ich erhob mich aus der zwar nicht bequemen aber total faulen Haltung und nahm - wie von Kathy aufgetragen - den Karton mit dem Racletteset unter den Arm, sodass ich damit zur Wohnungstüre hin schlurfte. Wie ich die Türe öffnete, erschrak ich jedoch ziemlich heftig. Vor der Türe stand nicht die vermutete und angekündigte Nachbarin, sondern Jasmin. JASMIN! Jasmin? Wie denn das? Meine Ex-Freundin war von oben bis unten durchnässt, offenbar in den ärgsten Wolkenbruch der letzten Minuten hinein geraten. Ihr weißes T-Shirt klebte an ihrem Körper, genau wie Strähnen ihrer blonden Haare im Gesicht. Sie war ebenso überrascht wie ich über meine Anwesenheit und starrte fragend wie aber auch einigermaßen empört in mein verdutztes Gesicht. "Du hier?!", war das einzige was sie heraus brachte. Auch nicht gerade die Höflichkeit pur, was sie da von sich gab, aber es war nachvollziehbar, dass sie mir nicht um den Hals fiel. Eher war sie in Überlegung, ob sie mir eben diesen nicht umzudrehen versuchen sollte. "Hallo Jasmin!", begrüßte ich sie unsicher und fühlte diesen Brocken ...
... im Hals, den ich so einfach nicht nach unten würgen konnte. Ich zuckte ein wenig nach vor und hätte sie wohl auf die Wange geküsst, wenn sie dafür Bereitschaft gezeigt hätte. Aber ihr ganzes Gehabe war eher derart abweisend, dass ich mich mit einem Fehlversuch nicht noch mehr blamieren wollte. "Ist Kathy da?", fragte sie, immer noch auf der Türmatte wartend, ohne auf weitere Aspekte einzugehen, die mit mir oder aber uns beiden zu hatten. Zwar hatte ich die Tür in dem Sinn bereits freigegeben, aber eine Einladung sah total anders aus. Und es war wohl auch sehr naheliegend, dass ihre und nun auch meine Freundin nicht hier war - denn sonst hätte wohl eher Kathy an der Tür gestanden und nicht eben ich: Noch dazu halb nackt, wenn man es so bezeichnen wollte. "Sie ist arbeiten!", meinte ich immer noch etwas verlegen, dass sie mich ausgerechnet in der Wohnung der Freundin antreffen musste. "Kellnerieren!", ergänzte ich und fügte dann noch hinzu. "Etwa bis zehn ...!" Was sollte ich ihr auch sonst sagen. Mich irgendwie heraus zu reden, würde wohl nichts bringen - und es war doch auch so schon offenkundig, was lief. Bzw eben vor allem, dass etwas lief. Wie lange das eben schon lief, war vermutlich nicht bekannt: Aber es änderte überhaupt nichts an den offensichtlichen Fakten. Und selbst wenn ihr Kathy warum auch immer von der Episode nach der Hochzeit erzählt haben sollte, so würde diese keine fühlbare Verschlechterung herbeigeführt haben. Der Karren steckte nun mal ziemlich ...