1. Total Untervögelt - der Wolkenbruch


    Datum: 08.11.2023, Kategorien: 1 auf 1,

    ... im Dreck, was diese Sache betraf.
    
    "Ich war in der Nähe, als der Wolkenbruch los ging und habe versucht sie anzurufen!", erklärte sie. "Aber sie ging nicht ans Handy. Deshalb bin ich auf gut Glück zur offenen Haustüre hineingestürmt, damit ..."
    
    Sie sprach nicht recht weiter, denn es war ohnehin offenkundig, dass sie pitschnass war wie eine getaufte Maus - und was sie mit dem Versuch damit bezwecken hatte wollen.
    
    Ich stellte etwas betreten den Karton neben mir auf den Boden ab und fragte das wohl naheliegende. "Willst du denn nicht rein kommen ... und dich ... trocknen!"
    
    Jasmin schlurfte herein, eine nasse Spur hinter sich herziehend als trug sie Gießkannen statt Schuhen. Wenn sie außen schon so nass ist, wie denn dann erst recht innen, konnte ich mir gerade noch eine freche Idee verbeißen. Vor allem aber bemühte ich mich, dass meine kecken Gedanken nicht nach außen hin erkennbar wären - denn das wäre ja wohl das letzte gewesen: Einer Ex-Freundin gegenüber und das dann auch noch in der Wohnung der jetzigen ... die zugleich ihre beste Freundin war.
    
    Nun denn ... es gab bessere Starts in den Abend als diesen. Ich schloss die Türe hinter ihr und holte ein Handtuch aus dem Bad, das sie dankbar mit einem kurzen Lächeln entgegen nahm und sich damit abzutrocknen begann. Nur ganz leicht zuckte ihr Mund-winkel, dennoch aber ortete ich darin eine gewisse Missfallens-kundgebung, welche sich gewiss nicht auf das überreichte Hand-tuch bezog.
    
    "Ihr zwei seid also jetzt ...
    ... zusammen!", stellte sie wie beiläufig fest, während sie ihre langen blonden Haare gründlich trocken rubbelte. Sie wirkte nicht vorwurfsvoll, auch nicht enttäuscht. Eher sogar indifferent und gleichgültig, was in dieser Ausprägung sogar heftiger und negativer auf mich wirkte, als wenn sie mir eine geknallt hätte. War ich ihr also gar nichts wert gewesen, kam eine groteske unterdrückte Empörung in mir auf, selbst wenn sie extrem unangebracht war.
    
    "Nun, was soll ich dazu antworten?", meinte ich. "Du hast doch gesagt, dass ich mich um sie kümmern soll."
    
    Dass dies von mir total feig und auch gelogen war, schien sie einfach zu ignorieren. Auch war es wohl wieder die typisch männ-liche Reaktion gewesen, aus einer Verteidigung heraus einen Angriff zu starten, der nicht gerechtfertigt war. Ich fühlte mich sehr dumm und feige dabei, konnte die Situation aber einfach nicht fair erklären und ins rechte Licht rücken. Besser gesagt: Ich wollte das nicht klarstellen oder aber dann rechtfertigen oder aber leicht gar damit auch gestehen müssen, wann das alles begonnen hatte. Ich war mir nämlich in dieser Beziehung sogar sicher, dass Kathy ihr gegenüber dieses Faktum auch bislang verschwiegen hatte.
    
    JA - verdammt ... wir waren zusammen. Kathy und ich!
    
    Jasmin schien die Situation hingegen zu amüsieren, denn sie schmunzelte und behielt den angebrachten Konter für sich selbst. Offenbar bestand ihr Vergnügen wohl insbesondere darin, dass ich ein schlechtes Gewissen hatte und sie das fühlte, ...
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