1. Kometenhaft 18


    Datum: 10.11.2023, Kategorien: Sci-Fi & Phantasie,

    ... gestern Abend auf die Verbrennung von Toten am Stadtrand zurückzuführen war. Die Krematorien kommen nicht hinterher und so musste diese extreme Maßnahme ergriffen werden. An der Stelle soll später eine Gedenkstätte errichtet werden.
    
    Nach dem Frühstück setzten wir schließlich den Plan in den Park zu gehen um. Vielleicht ist es nicht die Zeit, an sein eigenes Vergnügen zu denken, während massenweise Menschen sterben, auf der anderen Seite: Was konnten wir tun? Und wer weiss, wie lange wir es noch tun konnten?
    
    Wir packten alles zusammen, was man für ein ausgiebiges Picknick braucht, einschließlich Frisbee und Volleyball und machten uns auf den Weg.
    
    Ich merkte unterwegs, wie ich mich immer mehr dazu zwingen musste, die Veränderungen in der Welt wahrzunehmen. Das ist vielleicht falsch ausgedrückt: Ich glaube, dass jeder die Veränderungen wahrnimmt, sie aber für selbstverständlich hält.
    
    Die Sirenengeräusche scheinen weniger geworden zu sein, dafür die nackten (Frauen wie Männer) mehr. Die Kinder schienen auch weiterhin davon überhaupt nicht beeinflusst zu sein. Keine großen Augen, oder kindliche Fragen nach Körperteilen, oder dergleichen. Ihre Interessen waren die Selben wie immer: Spielen und Süßigkeiten. Man konnte hier und da sogar eine Mutter in nichts weiter als Sandalen bekleidet einen Kinderwagen schieben, oder ein kleines Kind hinter sich her ziehen sehen. Als ob es das Natürlichste auf der Welt wäre, seine Kinder anzuziehen, sich selbst aber nicht.
    
    Alte ...
    ... Leute waren eigentlich nicht mehr zu sehen. Ich frage mich, ob es überhaupt noch welche gibt. Auch vor dem Altersheim, das auf dem Weg lag, war es sehr ruhig geworden. Der Parkplatz, sonst meist überfüllt, war nur noch mit wenigen Autos belegt, und davor saßen auch keine Bewohner mehr herum. Und der Leichenwagen am Seiteneingang machte die Atmosphäre auch nicht besser. Ich glaube, wir dachten alle das gleiche: Schnell weiter!
    
    Der Park war das totale Kontrastprogramm dazu: Ich würde nicht gerade sagen, dass er überfüllt war, aber er war auf jeden Fall voller Leben. Wir waren eindeutig nicht die Einzigen, die Picknicken wollten, und wir waren spät dran. So konnten wir nur ein recht schattiges Plätzchen am Rand der Liegewiese, die mehr einem FKK-Campingplatz glich, und weit weg vom Beachvolleyball-Feld (das sowieso durchgehend besetzt war) ergattern. Naja, zumindest reichte der Platz für Frisbee.
    
    Aber als Mareike die ganzen Nackten sah, war sie schneller ausgezogen, als wir mitbekamen. Sie war kurz hinter uns gelaufen, und plötzlich hatte sie nichts mehr an. Kunststück, Andrea konnte sie gerade mal zu einem T-Shirt und einer sehr kurzen Hose überreden, bevor wir gingen. Darunter hatte sie wieder nichts an. Hosen haben doch normalerweise Hosenbeine, oder?
    
    Schnell hatten wir uns eingerichtet: Franks Radio dudelte, das Essen und die Getränke standen bereit und jeder hatte einen Platz auf den Decken gefunden. Endlich wirkliche Ablenkung. Zumindest solange Musik lief. Die ...
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