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Kometenhaft 18
Datum: 10.11.2023, Kategorien: Sci-Fi & Phantasie,
... blutete, war aber nicht gebrochen, das rechte Handgelenk hatte sie sich verstaucht, als sie sich gewehrt hatte, am schlimmsten sah jedoch ihr Rücken aus. Während dem Kampf wurde sie auf unser Geschirr geworfen. Die Messer, Gabeln und die Scherben der Teller hatten ihr zum Teil tiefe Stiche und Schnitte verursacht. Frank warf mir schnell noch meine Sachen in den Krankenwagen und wir fuhren Richtung Klinik. Er würde sich mit Andrea um Mareike und den Rest kümmern und wir würden uns schon heute Abend wieder in der WG sehen. In der Notaufnahme war der Teufel los, trotzdem wurde Vanessa von oben bis unten durchgecheckt und verarztet. Zum Glück mussten nur zwei Stellen auf ihrem Rücken genäht werden, aber sie heulte die ganze Zeit und brachte kein zusammenhängendes Wort heraus, weswegen sie ihr zum Schluss Beruhigungsmittel gaben, damit sie etwas Ruhe finden könnte und die Nacht auch schlafen könnte. Spät abends erst entließen sie uns. Sie hätten Vanessa am liebsten über Nacht da behalten, aber sie hatten noch nicht einmal mehr Notbetten frei. Aber sie bestellten wenigstens ein Taxi und sagten, dass sie das mit der Krankenkasse abrechnen würden. Im Taxi zeigten sich schon schnell die ersten Anzeichen der Beruhigungsmittel. Vanessa schluchzte immer weniger und war kurz vor dem Einschlafen. Ich bat sie, so lange es geht durchzuhalten und irgendwie gelang es ihr sogar, noch die Stufen hoch zur Wohnung zu nehmen. Andrea, Mareike und Frank warteten schon seit Stunden ...
... ungeduldig in der WG. Mareike interessanterweise in einem ihrer alten Rollkragen-Pullover. Die Drei warfen sich nacheinander Vanessa an den Hals, die jedoch kaum noch ihre Arme heben konnte. Ich bat Mareike, sie ins Bett zu bringen, während ich noch eine Kleinigkeit zum Essen für sie zusammensuchte und Andrea und Frank beruhigte. In meinem Zimmer musste ich jedoch feststellen, dass Mareike ganze Arbeit geleistet hatte. Beide lagen schon in meinem Bett, Mareike hinten an der Wand und offensichtlich dicht an Vanessas Rücken gekuschelt. Der klinikgrüne Anzug und ein hässlicher Rollkragen-Pullover lagen zusammengefaltet über dem Heizkörper. Viel hatten die beiden offensichtlich nicht mehr an. Vanessa schien schon im Tiefschlaf, während Mareike ihr zärtlich über die Haare streichelte. Abendessen war wohl für Vanessa nicht mehr nötig, aber Mareike ließ sich bereitwillig von mir füttern. Sie wollte auf keinen Fall Vanessa aus ihren Armen lassen. "Du kannst jetzt auch schlafen.", meinte ich noch kurz zu Mareike bevor ich mich hier an den Laptop setzte. Wie ich das alles hier schreiben konnte, verstehe ich noch nicht so ganz. Ich fühle mich immer noch zittrig von der ganzen Angst und Aufregung und wundere mich, wie ich die richtigen Tasten treffe. Aber ein Blick auf mein Bett ist heute wahrhaft Balsam für die Seele. Vanessa ist in Sicherheit und warm eingepackt. Heute Nacht wird sie gut behütet in unserer Mitte liegen. Mareike hat ihren Arm um sie gelegt, als ob sie sie ebenso wie ...