1. Das Resort 01 - Die Anreise


    Datum: 25.02.2024, Kategorien: Sci-Fi & Phantasie,

    ... Aufdrängen nein.
    
    «Dann wünsche ich Euch gute Reise.» meint Paula.
    
    «Aber ich habe doch gar nicht gepackt.» entgegnet Miriam.
    
    «Du brauchst auch nicht zu packen. Was Du dort brauchst, findest Du vor Ort. Sogar eine Zahnbürste steht schon dort.» -- «Meinst Du Deine?» -- «Nein, Du bekommst eine eigene.» -- «Und Kleider?» -- «Dein Kleiderschrank wird gerade gefüllt. Ich habe Euch soeben angemeldet und Deine Daten durchgegeben -- Schuhgrösse, Körbchengrösse usw.»
    
    Nun war der schwarze Lockenkopf von Paula auch wieder zu sehen. Vorher war sie eine Zeitlang hinter ihrem Bildschirm verschwunden gewesen.
    
    Wir gingen nun zu meinem 'Auto', so jedenfalls dachte Miriam. Da waren allerdings keine Räder. Breite Klapptüren. Keine Sitze! «Wie steigt man denn da ein?» -- «Wie man in ein Bett 'einsteigt'» antwortete ich und machte es vor: Mit dem Hintern zuerst, dann Beine nachziehen, dann hinlegen. Miriam tat es mir zögerlich nach und stellte fest: «So ein Auto habe ich noch nie gesehen. Wie von einem anderen Planeten!»
    
    «Süditalien. Reservierter Parkplatz» sagte ich zum Autopiloten und das Fahrzeug setzte sich schwebend in Bewegung. «Ein Auto ist das eigentlich nicht. Es schwebt mittels Antigravitation. Gemäss Universitäts-Meinung gibt es das nicht, aber wir können das. Es funktioniert. Genauso wie die Kernfusion und noch ein paar andere interessante Dinge, von denen wir komfortabel leben.»
    
    «Was machen wir während der Fahrt?» fragt Miriam im Liegen. «Alles was man in einem ...
    ... anderen Auto auch machen könnte, essen, trinken, miteinander reden usw., nur nicht hinausschauen. Bei diesen Geschwindigkeiten wird einem schummrig vor den Augen.» -- «Wie lange?» -- «Etwa zwei Stunden.»
    
    Unterdessen war sie näher gerückt und hatte einen Arm um mich gelegt. «Also liegen, nicht sitzen.» -- «Richtig. Normalerweise verwenden wir jede Reise in einem Gleiter zum Schlafen.» -- «Wirklich schlafen, oder doch eher beischlafen?» Nun bekam ich kleine, immer noch etwas schüchterne, aber dafür zahlreiche Küsschen. In den Augen von Miriam begann es verdächtig zu glitzern. Schalk? Zuneigung oder gar schon etwas Lüsternheit?
    
    Ich streckte nun ebenfalls einen Arm aus und legte meine Hand auf ihren Rücken. Durch die dünne Bluse fühlte ich sofort ihr Rückgrat. Ich fuhr ganz sanft daran hinauf und hinunter. Das zusammen mit dem allgemeinen Gleiter-Effekt muss sehr beruhigend auf Miriam gewirkt haben, denn sie wurde zusehends ruhiger. Auch ich spürte den einschläfernden Effekt des Gleiter-Antriebes.
    
    Der eine oder andere wird auch in einem herkömmlichen Auto schläfrig, wenn er sich auf der Rückbank hinlegt und nicht hinausschaut. Das regelmässige Motorengeräusch -- vor allem auf einer Autobahn -- trägt zu diesem Effekt bei. Dieser Effekt ist bei einem Gleiter um ein Vielfaches höher. Wollte man wach bleiben, so müsste man das dem Autopiloten mitteilen, damit dieser die Kompensatoren einschaltet. Man kann in einem Gleiter durchaus wach bleiben, wenn man das unbedingt will, aber ...
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