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Perspektive auf Ketten
Datum: 13.03.2024, Kategorien: Nicht festgelegt,
... nicht?" Unsere Blicke streiften durch die gähnende Leere. „Die zwei Kollegen aus Berlin haben vor zwei Wochen gekündigt. Einfach so. Kannst du dir das vorstellen? Ich musste den Laden für eine Woche schließen, weil ich niemanden hatte. Aber jetzt, wo du wieder da bist, können wir wieder durchstarten." Das war wieder mal typisch für Richard. Er selbst hat jede Gehaltserhöhung abgelehnt und nun wunderte er sich? Angeblich gibt es kein Geld dafür. Doch bei anderen Läden scheint es zu laufen. Und nun erzählt er mir, wir sollen den Laden alleine schmeißen (damit meinte er eigentlich nur mich). Vielleicht sollte ich auch gleich kündigen. Richard hat wohl meine Gedanken gelesen, denn er ergänzte: „Du bekommst eine Aushilfe. Ich habe nach oben gemeldet und sie schicken jemanden, der uns für die nächsten paar Wochen unterstützt. Er wird heute im Laufe des Morgens eintreffen. Ich hoffe, du zeigst ihm alles! Außerdem bekommen wir mehrere Frauen aus einer der Sklavenschulen." Ich horchte auf: „Sind sie schon für den Verkauf eingetragen?" „Noch nicht. Sie hatten den Aufenthalt in einem Gewinnspiel ergattert und werden morgen abgeholt. Ich erwarte von dir, dass du zumindest eine der vier Frauen überzeugen kannst." Mein Boss und ich grinsten uns an. Ich hatte den Laden gerade wieder auf Vordermann gebracht, als ich die ersten Kunden durch die Scheiben erkennen konnte. Zwei nackte Frauen wurden an einer Leine vor den Laden gezogen. Obwohl ihre Hände hinter dem ...
... Rücken gefesselt waren und sie ein Halsband trugen, war jedem klar, dass es keine echten Sklavinnen waren. Das machte ihr Verhalten deutlich. Keine Herrin würde es dulden, wenn ihre Sklavinnen kichernd den Gang entlang hüpften. Die beiden benahmen sich zwar etwas extrem, doch ich kannte solches Verhalten: Sie waren für eine Musterung hier! Wahrscheinlich haben sie auch zu viel ferngesehen, denn für eine Musterung einen Slave Shop bereits nackt zu betreten ist nur in den USA üblich. Das soll dort angeblich die Bewertung verbessern. Gott, wie ich hoffe, es setzt sich auch in Deutschland durch. Bei der heutigen Mode wäre es auch kaum verwunderlich, wenn es der neue Trend werden würde. Eine ältere Frau trat mit forschem Schritt ein, prüfte mit einem langen Blick den Laden und baute sich anschließend vor meinem Tresen auf. Ihre Körperhaltung ließ keinen Zweifel aufkommen, dass sie gewohnt war zu bekommen, was sie wollte. Sie war gewohnt, dass ihren Befehlen gehorcht wurde. Ihre maßgeschneiderten Designerkleider wären nicht nötig gewesen, das zu bemerken. Die Ähnlichkeit zwischen ihr und den beiden jungen Frauen in Ketten war unverkennbar. Wahrscheinlich die Mutter oder Tante. So etwas kam häufig vor und bedeutete vor allem eines: ich würde keine der beiden verkaufen können. Eltern ließen sich selten darauf ein. Doch vielleicht war heute mein Glückstag? Ich spürte wie sie mich abschätzend musterte, bevor sie mich ansprach. Na das fängt ja gut an! „Guten Tag. Ich möchte ...