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Valyna 02: Der Zweikampf
Datum: 23.03.2024, Kategorien: Sci-Fi & Phantasie,
... sah er die Tafel nur misstrauisch an. „Was habt ihr?", fragte seine Gastgeberin amüsiert, „Glaubt ihr ernsthaft, ich wolle euch vergiften? Wenn ich euch schaden wollte, hätte ich wahrlich einfachere und sicherere Möglichkeiten zur Hand. Doch um euer Vertrauen zu gewinnen, biete ich an, von jedem Gericht zu kosten, das ihr auswählt, ehe ihr es zu euch nehmt." „Nein, danke," winkte er ab, „ich vertraue darauf, dass ihr zumindest die Regeln der Gastfreundschaft wahrt, auch wenn ihr euer Handeln ansonsten nicht an den Maßstäben allgemeinen Anstands und menschlicher Moral ausrichtet." Sie ließ diese Beleidung an sich abperlen, erhob sich und stellte sich neben den Platz, den sie auswählte, bis er ihr, sich seiner guten Tischmanieren erinnernd, den Stuhl zurechtrückte, ehe sie sich setzte. Dann wählte sie nur winzige Portionen verschiedener Speisen aus, während sie sich still daran erfreute, wie ihr Gast dem Essen großzügig zusprach. Heinrich gestand sich ein, dass er einen Bärenhunger hatte. Zudem waren die Lebensmittel delikat gewürzt und exquisit zubereitet. Auch der roséfarbene Wein, der dazu gereicht wurde, mundete ihm exzellent. Als er spürte, dass er satt wurde, verhalf er sich noch zu etwas Käse und Obst, das er von einem Liqueur begleiten ließ. „Es freut mich, dass es euch zugesagt hat", nahm sie den Gesprächsfaden wieder auf, als er sich zufrieden zurücklehnte. „Ja, vielen Dank. Ich kann das köstliche Essen und eure Freigiebigkeit nur in den höchsten ...
... Tönen loben. Glaubt aber bitte nicht, dass diese gemeinsame Mahlzeit irgendetwas daran ändert, dass wir Feinde sind und ich gekommen bin, um die Prinzessin Laureana aus euren Fängen zu befreien." Er machte eine kurze Gedankenpause und fuhr etwas weniger aggressiv fort. „Wohl aber muss ich eingestehen, dass es gegenwärtig außerhalb meiner Macht steht, euch für die Entführung und für die anderen Übeltaten, derer ihr beschuldigt werdet, einer gerechten Strafe zuzuführen. Aber ich bin zuversichtlich, dass das Schicksal letztlich euch wie jedem Menschen seinen angemessenen Lohn zuteilen wird. So will ich mich darauf beschränken, die Prinzessin aus ihrer Not zu erlösen und nach Hause zu ihren Eltern zu bringen. Als wir am Tor darüber sprachen, deutetet ihr an, dass ihr an einer Verhandlungslösung interessiert sein könntet." Die dunkle Hetäre sah ihn über den Rand ihres Sektglases hinweg aufmerksam an. „Ich erkenne euren Mut an und bewundere eure Forschheit, mit der ihr aus einer deutlich unterlegenen Position heraus versucht, ein für euch vorteilhaftes Ergebnis zu verhandeln. Dabei unterstelle ich, dass euer Bemühen nicht ganz selbstlos ist. Wie ich weiß, sind die Prinzessin Laureana und ihr verlobt. Da sie das einzige Kind ihrer Eltern ist, wird diese Ehe euch über Kurz oder Lang auf deren Thron bringen und damit ihres und euer Königreich vereinen. Das ist ein wahrlich kluger und langfristiger Plan." „Das ist nicht, was ich will ...", versuchte Heinrich sich zu ...