1. Valyna 02: Der Zweikampf


    Datum: 23.03.2024, Kategorien: Sci-Fi & Phantasie,

    ... verteidigen, doch die Hausherrin schnitt ihm das Wort ab.
    
    „Papperlapapp! Vermutlich verstehe ich eure Motive besser, als ihr selbst. Noch glaubt ihr, aus reiner Liebe zu handeln, doch es liegt in der menschlichen Natur, immer den eigenen Vorteil zu suchen. Und seid euch gewiss, dass ich selbst größtes Interesse daran habe, dass diese Ehe zustande kommt. Denn ich plane noch langfristiger als ihr.
    
    Hier ist meine Forderung: Ihr bleibt die ganze Nacht bei mir aus freien Stücken. Bis die Sonne aufgeht tut ihr, was immer ich verlange, ihr lest mir jeden Wunsch von den Augen und Lippen ab und bemüht euch in allem, mich glücklich zu machen. Ich glaube, nach dem, was wir schon gemeinsam erlebt haben, wisst ihr, worauf ich hinauswill.
    
    Sollte aus unserer Vereinigung ein Kind hervorgehen, so werde ich es aufziehen, doch verlange ich euer Wort als Ehrenmann und eine von euch gesiegelte Urkunde, dass ihr unser Kind mit Erreichen seiner Volljährigkeit als euer Erstgeborenes und rechtmäßigen Erben anerkennt."
    
    „Das könnt ihr nicht verlangen!"
    
    „Doch ich kann. Und es ist mein einziges Angebot. Nehmt es an oder ihr werdet die Prinzessin nie wiedersehen."
    
    Valynas Stimme war kalt wie Eis.
    
    Der Prinz starrte sie wütend an. In seinem Inneren brodelte es und er erwog ernsthaft, alles auf eine Karte zu setzen und sie anzugreifen. Nur mit Mühe gelang es ihm, seinen Impuls unter Kontrolle zu halten. Zwischen zusammengebissenen Zähnen spie er aus:
    
    „Nun, gut. Ihr lasst mir keine ...
    ... Wahl. Ich akzeptiere euer Angebot, wenn ihr ebenfalls schwört, Prinzessin Laureana und mich unmittelbar nach Sonnenaufgang gehen zu lassen. Unversehrt und ohne Vorbehalte. Schwört es!"
    
    „Ich schwöre es. Wenn ihr meine Bedingungen erfüllt habt, dürft ihr beide unbehelligt davonziehen und ich werde euch fürderhin kein Leid antun."
    
    „Dann ist es abgemacht."
    
    Die Burgherrin förderte ein vorbereitetes Dokument zutage, das Prinz Heinrich mit vollem Namen und Titel zeichnete und anschließend seinen Siegelring in das heiße rote Wachs drückte, das er darauf hatte tropfen lassen.
    
    Sichtlich erfreut nahm ihn die Hexe an die Hand und führte ihn zu einer Tür, die vom Salon ins Schlafgemach führte.
    
    „Das Schwert", meinte sie, „kannst du hierlassen, das wirst du heute nicht brauchen."
    
    Heinrich gürtete die lange Klinge ab und ließ sich von seiner Gastgeberin ins nächste Zimmer führen, das von einem breiten Bett, das in seinem Zentrum stand, dominiert wurde. Neben einigen Kommoden, die aus Holz mit kunstvollen Intarsien gefertigt waren, war ein mannshoher Spiegel in die Wand eingelassen, in dem sich der gesamte Raum mit allem, was darin war, reflektierte.
    
    „Ist das euer magischer Spiegel?", neckte Heinrich spaßhaft.
    
    Die Angesprochene zuckte kaum merklich zusammen, dann ging sie weiter zum Bett, als sei nichts geschehen. Seine Frage ignorierend ließ sie sich auf die weiche Matratze fallen und zog ihn mit sich.
    
    „Komm, küss mich!"
    
    *
    
    Laureana hatte jegliches Zeitgefühl ...
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