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Der Club der jungen Dichterinnen 01
Datum: 04.04.2024, Kategorien: Erotische Verbindungen,
... dass sie Frau Andermatt gebeten hatte, das Buch bitte richtig zu verstehen und vielleicht nicht zu viel davon im Internat zu erzählen. „Und was habt ihr geschrieben?" Meine Frage löste irritierte Blicke aus. Wieder war es an Ann-Kathrin eine Antwort zu geben: „Wir sind doch keine Dichterinnen -- wir haben nur gelesen." „Aber Literatur ist doch nicht nur lesen, ist mehr als das Mitfühlen, wie ich meine, es bei euch bei Hesses Werk gespürt zu haben. Literatur ist auch das eigene Spiel mit Worten und Sätzen. Schreibt ihr außer Schulaufgaben und Klassenarbeiten nichts? Keine Briefe? Keine Tagebücher?" „Briefe schreiben wir schon", kam es fast unisono von den beiden auf dem Sofa. „Na, das ist doch schon etwas. Und ihr anderen?" „Also Briefe schreibe ich an meine Eltern schon auch", äußerte sich Ann-Kathrin. „Ich schreibe regelmäßig mit meiner Cousine", gestand Sybilla. Danach: Schweigen. „Und was ist mit Social Media, WhatsApp, Instagram", wollte ich dann wissen. „Aber wir dürfen hier doch gar nicht ins Internet, außer bei Recherchen." „Niemand von uns darf ein Handy hier haben." „Tut mir leid, das habe ich ganz vergessen", lachte ich, „ich selbst habe ja auch kein WLAN hier -- oder wie es die Schulleiterin sagen würden: „Wir halten hier eine kritische Distanz zu den modernen Medien."". Die Schülerinnen müssen lachen, ich hatte den Tonfall der Schulleiterin gut getroffen. Es entstand erneut ein kleine Pause. „Ich schreibe Gedichte", ...
... Evas zarte Stimme zerschnitt die Stille im Raum. „Das ist wundervoll, Eva. Vielleicht magst du uns ja irgendwann etwas aus deinen Werken vortragen. Ich weiß nicht, wie die Literatur-AG bei meiner Vorgängerin abgelaufen ist und es ist auch egal. Ich schlage euch vor, wie wir es machen könnten und wenn euch das gefällt, dann probieren wir es aus und wenn es nichts für euch ist, machen wir es wieder so, wie bei Frau Andermatt. Aber eins ist wichtig: Alles was wir hier in diesem Raum besprechen, was wir schreiben, was wir lesen, bleibt unter uns. Kein Titel eines gelesenen Buches, kein gelesener Text, keine vorgetragene Zeile, kein einziges Wort verlässt diesen Raum. Wollen wir es so machen?" Alle nickten. „Wollen wir aus der Literatur-AG unseren geheimen Club machen? Habe ich euer Versprechen?" Alle schauten mich an, überlegten, man konnte den Kitzel des Neues, wie auch die Angst und Sorge in ihren Gesichtern sehen. „Ich verspreche es", wer sonst als Ann-Kathrin hätte den Anfang machen können. „Ich verspreche es", kam von Sybilla. „Ich verspreche es", sagte Heidrun „Und ich auch!", hängte Veronika an. „Ich verspreche es", hörten wir alle Eva mit ungewohnt fester Stimme sagen. „Dann lasst uns jetzt heute mal nur den Tee genießen und ein wenig über Bücher plaudern. Aber bevor ich es beim Abschied vergesse, ich habe eine wichtige Aufgabe für euch. Schreibt für unser nächstes Treffen einen Text. Das Thema soll „Nacht" sein. Fühlt euch frei, lasst euch ...