1. Offen 01


    Datum: 07.04.2024, Kategorien: Sonstige,

    ... Satz, dass du eine offene Ehe führst, hast du so einiges in mir losgetreten. Tut mir leid, dass ich dich jetzt so vollsülze, aber mir wird einfach immer klarer, was ich will und was ich nicht will."
    
    "Völlig okay. Ich empfinde das nicht als Vollsülzen."
    
    "Jetzt sag ich dir noch was: ich finde dich total attraktiv, als Mensch und als Mann. Wenn ich diese Blockade nicht hätte..."
    
    Ich schluckte, und blieb dann meiner Offenheit treu.
    
    "Dito. Du bist eine richtig interessante Frau. In jeder Beziehung anziehend."
    
    Sie schwieg eine Weile und starrte vor sich hin.
    
    "Können wir uns trotzdem weiter treffen, ich meine, auch wenn ich nicht gleich mit dir ins Bett gehen kann und will?"
    
    "Machst du Witze? Glaubst du, dass ich mich nur deshalb mit dir getroffen habe? Ich hab nicht viele Freunde hier in Berlin. Ich habe echt das Gefühl, dass wir Freunde werden könnten."
    
    "Ja, das sehe ich auch so. Aber ich gebe dir jetzt eine letzte ehrliche Warnung. Ich kann mir genauso gut vorstellen, dass ich mich in dich verlieben könnte. Damit nun alle Karten auf dem Tisch sind."
    
    Boah, das war jetzt doch starker Tobak und damit hatte ich absolut nicht gerechnet. Obwohl...
    
    "Okay, dann will ich mich nicht bedeckt halten...", begann ich mit belegter Stimme. "Ausschließen würde ich das bei mir auch nicht wollen."
    
    Bewusst war mir das nicht wirklich gewesen, bevor ich es aussprach. Aber es stimmte. Es stimmte, gottverdammt. Verflucht, was ging denn jetzt ab?
    
    Zu allem Überfluss ...
    ... nahm sie diese Aussage zum Anlass anzuhalten und mich in den Arm zu nehmen. Eine Woge von Wärme und Zuneigung schwappte über mir zusammen. Ich bekam tatsächlich für einen Moment weiche Knie. Es hätte nicht viel gefehlt und ich hätte versucht sie zu küssen. Das schien ihr ähnlich zu gehen, denn sie setzte bereits an, drehte aber im letzten Moment ab und küsste mich statt auf den Mund nur auf die Wange.
    
    Wir verabschiedeten uns kurz darauf, da sie in eine andere Richtung musste, erneut mit einer kurzen Umarmung und einem Kuss auf die Wange. Elektrisiert, verwirrt und betroffen machte ich mich auf den Heimweg. Nein, ich war noch nicht verliebt. Aber selbst das war keine echte Beruhigung.
    
    Als abstrakte Möglichkeit war mir sicher vorher klar gewesen, dass dies passieren könnte. Aber eben nur als solche, schon allein die Wahrscheinlichkeit, außerhalb von Sexseiten Partner für unsere offenen Geschichten zu finden, so gering erschienen, dass ich gar nicht darüber nachgedacht hatte. Nun würde ich mich damit auseinandersetzen müssen, das "was wäre wenn".
    
    Mir wurde klar, dass Nina im Grunde so attraktiv für mich war, weil sie vieles von dem verkörperte, was ich vermisst hatte. Mit Freiheit assoziierte und nach dem ich mich mindestens genauso stark wie nach gutem Sex sehnte. Natürlich auch, dass sie so auf mich ansprang, dass sie mich attraktiv fand und nicht nur nett und annehmbar.
    
    Mir war ebenfalls klar, dass es vermutlich für uns beide ein Spiel mit dem Feuer sein würde, uns ...
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