1. Offen 01


    Datum: 07.04.2024, Kategorien: Sonstige,

    ... dir wie mir. Ein loses Mundwerk wird mir nebenbei auch nachgesagt. Vielleicht ein anderer Grund, warum ich nicht in festen Händen bin. Kommt nicht bei allen gut an."
    
    "Bei mir schon. Ich mag Frauen, die sagen, was sie denken", gab ich bekannt. Und, da mich irgendwie der Hafer stach, wagte ich mich noch weiter vor. "Und wissen, was sie wollen."
    
    Sie erwiderte nichts, aber die Luft knisterte langsam im Auto.
    
    "Verdammt", meinte sie plötzlich. "Wir sind da."
    
    Und verzog das Gesicht, als ihr klar wurde, dass sie das gerade laut ausgesprochen hatte.
    
    "Siehste, das meine ich", sagte sie schnell. "Aber egal. Ich kann dir hier in der Gegend leider nicht mal ein Restaurant empfehlen. Ich wohne auf der anderen Seite von Hamburg."
    
    "Mir ist eh nicht nach großartig Essen gehen, vielleicht esse ich ne Kleinigkeit im Hotel, oder finde irgendwo eine Döner-Bude, ich bin da nicht so anspruchsvoll."
    
    "Die gibt es hier bestimmt. Vielleicht... wenn du willst, können wir ja morgen irgendwo zusammen einen Happen essen. Heute habe ich noch Karate, da würde es nicht so gut passen... ist ja das letzte Mal für vier Wochen, das wollte ich eigentlich nicht ausfallen lassen."
    
    "Wow, Karate? Welcher Dan-Grad, oder heißt das nur beim Judo so?"
    
    "Yondan, das ist der vierte Grad, ich mache im August meine Prüfung zum fünften, Godan. Ich habe es mal angefangen, um mich sicher zu fühlen, jetzt macht es einfach nur unheimlich viel Spaß und es tut gut, sich richtig auszupowern."
    
    "Kann ich ...
    ... nachvollziehen. Und was deine Idee für ein gemeinsames Abendessen angeht, kann ich nur begeistert zustimmen."
    
    "Also abgemacht", meinte sie befriedigt und fügte mit verschmitztem Grinsen hinzu: "Dann können wir auch das Bruderschaft-Trinken nachholen. Man muss ja die Form wahren."
    
    "Eben."
    
    Wir stiegen aus und sie holte meinen kleinen Koffer aus dem Kofferraum.
    
    "Na, dann danke ich dir für den in jeder Beziehung hochinteressanten und lehrreichen Tag, Julia. Und freue mich auf morgen."
    
    "Ich hab dir die Bushaltestelle nicht gezeigt, total vergessen. Ich könnte es dir beschreiben, aber ich würde dich am liebsten einfach abholen, okay? Vielleicht so Viertel vor acht?"
    
    "Da sag ich nicht nein. Dann viel Spaß beim Karate und bis morgen."
    
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    Ich war wirklich total erschöpft. Die Fahrt, die langen Stunden totaler Konzentration und die Hitze in ihrem Büro forderten ihren Tribut. Ich holte mir tatsächlich nur von der nahegelegensten italienischen Imbissbude eine Calzone, die ich in einem nahegelegenen Park aß und ging dann zurück ins Hotel. Da wir zuhause keinen Fernseher hatten, nutzte ich die seltene Gelegenheit mich auf dem Bett ausgestreckt berieseln zu lassen, bis ich wirklich müde wurde.
    
    Nach einem reichhaltigen Frühstück im Hotel stand ich in freudiger Erwartung auf den Tag schon kurz nach halb acht an dem vereinbarten Treffpunkt. Strahlend blauer Himmel verhieß einen wirklich schönen Tag. Ich hatte mir kaum eine Zigarette angezündet, da hielt auch schon ...
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