1. Offen 01


    Datum: 07.04.2024, Kategorien: Sonstige,

    ... Grundsituation war dieselbe. Mein Ausblick in die Welt war aber auch ein anderer geworden. Ich sah mir Frauen in der S-Bahn und U-Bahn näher an, wenn zur Arbeit fuhr, checkte ab, wie sie auf mich reagierten.
    
    Bei der Arbeit hielt ich mich im Gegensatz zu Lisa zurück, denn ich hatte in der Vergangenheit vor Anne die Erfahrung gemacht, dass dies keine gute Idee war. Als Lisa schließlich fremd ging, war es in der Tat mit einem Kollegen aus einer anderen Abteilung.
    
    Ich freute mich auf den Freitag, nun unter veränderten Voraussetzungen. Frau und Kind waren allerdings diesmal nicht unterwegs, beziehungsweise erst am Samstagmorgen, zumal sie an einer Wanderung ihrer Klettergruppe teilnahmen. Also konnte ich schlecht jemanden mit nachhause bringen. Ehrlich gesagt war ich nicht wirklich soweit, das zu tun. Ich musste mich mit meiner neuen Freiheit erst einmal zurechtfinden.
    
    Der Abend lief allerdings etwas quer, da Lisa sich mit ihrem Freund heftig gestritten hatte und zunächst absagte. Ich ging alleine mit Andreas, tanzte eine Weile vor mich hin, konnte aber niemanden ausmachen, der mich besonders reizte, beziehungsweise, der an mir Interesse zeigte. Gerade, als dann doch eine Frau neben mir auftauchte, die ich als sehr ansprechend und interessiert einstufte, kam Lisa überraschend doch.
    
    Sie war in einer schlimmen Verfassung und ich versuchte natürlich, mich erst einmal um sie zu kümmern und zumindest in ihrer Nähe zu bleiben, denn sie wollte nicht unbedingt lange reden, ...
    ... oder nicht mit mir. Sie hatte andere Bekannte und Freunde dort im Club, die sich dann weiter um sie kümmerten. Sie war eher der Typ, der mal vielleicht zwanzig Minuten tanzte und dann im Chillout-Bereich abhing, während ich mich nur selten von der Tanzfläche bewegte.
    
    Das tat ich in dieser Nacht zwar öfter als gewohnt, aber schon nach einigen Stunden fand ich sie nicht mehr. Offenbar hatte sie eingesehen, dass es ein Fehler gewesen war, mit ihrer Wut und schlechten Stimmung dorthin zu kommen und war früh nachhause gefahren, ohne sich von mir zu verabschieden. Die Frau, die mich interessiert hatte, hatte ich allerdings bei der ganzen Aktion ebenfalls aus den Augen verloren.
    
    Ich hatte trotzdem meinen Spaß, aber halt den "normalen" Ablauf mit viel Tanzen und wenig anderem. Gegen fünf wollten weder ich noch meine Beine mehr und ich nahm mir ein Taxi nachhause. Frau und Kind schliefen fest und auch ich schlummerte schnell ein. Ich wachte nur kurz auf, als die beiden aufstanden, schlief dann aber bis elf Uhr durch.
    
    Es war herrliches Wetter und ich nutzte es, um zum Chillen in den nahen Park zu gehen. Ansonsten war ich dort nur mit meiner Tochter. Ich war nicht der Typ, der sich in die Sonne knallte, um braun zu werden, aber da ich in diesem Frühsommer noch kaum welche abbekommen hatte, suchte ich mir ein Plätzchen, wo beides möglich war, ich auf meiner breiten Decke also sowohl Schatten als auch Sonne hatte.
    
    Es waren nicht gerade viele Leute an dieser Stelle des Parks, auch ...
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