1. Offen 01


    Datum: 07.04.2024, Kategorien: Sonstige,

    ... Depressionen daraus. Eigentlich hat sie das aber in letzter Zeit gut im Griff gehabt. Wahrscheinlich brauchen wir uns da wirkliche keine Sorgen zu machen."
    
    In der Tat wirkte Larissa wie immer, als wir in ihrer Wohnung eintrafen. Voller Lebensfreude, einer guten Portion Geilheit und Vorfreude auf den kommenden Abend. Ihre Wohnung war unerwartet bescheiden und nüchtern eingerichtet, nach ihrem eher protzigen Wagen hatte ich das Gegenteil erwartet.
    
    Auf einem Regal standen Preise und Auszeichnungen, die sie erhalten hatte, ansonsten war es eine Wohnung, die man ohne weiteres auch einer normal verdienenden Angestellten hätte zuordnen können. Erstaunlich wenig persönliche Dinge, keine Fotos, nur ein paar Poster an den Wänden. Und eine gut bestückte Bar, aus der wir sofort versorgt wurden.
    
    Wir warfen jeder eine halbe Pille aus ihrem unerschöpflichen Fundus ein, blieben sonst aber bei Vodka und Koks, von dem sie wieder reichlich zur Verfügung stellte. Irgendwie wurde ich ein ungutes Gefühl trotzdem nicht los. Dann machten wir uns auf den Weg zur Party.
    
    Es war ein Zweifamilienhaus, in dem die Party auf zwei Etagen stattfand, es waren bestimmt an die hundert Gäste, die sich dort tummelten, vornehmlich wie wir in einem komplett leergeräumten riesigen Wohnzimmer, wo uns aus einer fetten Anlage House entgegenwummerte.
    
    Leider nicht meine bevorzugte Art von House, also Tech-House, sondern das, was in meinen Kreisen abschätzig als Handbag oder Uschi-House bezeichnet wurde - ...
    ... also die amerikanische Variante mit reichlich, in meinen Augen überreichlich, Vocals. In den Nebenzimmern wurde gekifft, gekokst und zum Teil auch gefickt, in der oberen Etage, wo ein Chillout-Bereich mit Musik von der Konserve angelegt war, noch mehr.
    
    Der DJ war kein Profi, das fiel mir einige Male schmerzhaft auf, gab sich aber alle Mühe und trotzdem war die Stimmung recht gut. Wir tanzten ausgelassen, aber nicht so konstant wie im Kitty. Larissa zog uns immer wieder in einen Nebenraum, wo ein niedriger Glastisch für ihre Lines herhalten musste. Auch waren wir nicht immer so eng beieinander, was einfach auch damit zusammenhing, dass alle drei Frauen dort viele Bekannte trafen, die mir größtenteils vorgestellt wurden.
    
    Namen konnte ich mir bei der Menge allerdings nicht merken, außer denen von zwei der beiden Hausherren Pedro und Jonas. Jonas hatte das Haus von seinen verstorbenen Eltern geerbt und lebte dort und davon, also den Mieteinnahmen von seinen Hausgenossen, in einer Achter-WG. Wir hatten gerade wieder eine Weile getanzt und mir war aufgefallen, dass wir Larissa aus den Augen verloren hatten.
    
    Ich sah sie am Rande des anderen Endes der Tanzfläche stehen, das Gesicht blass, die Augen unnatürlich weit aufgerissen und leicht schwankend. Nina umarmte mich gerade, aber ich löste mich mit einem schnellen "Warte" und setzte mich gleichzeitig mit Larissa in Bewegung, die sich wieder in Richtung des Vorraums bewegte.
    
    Ich eilte los, schob rücksichtslos Tanzende zur ...
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